Zukunfts-Entwicklung des Gesundheitswesens: Haus- und Fachärzte mindern durch unzureichende Personalführung die Gesamtfunktionalität des Systems

Worum es geht

Bei der Analyse von Management-Optimierungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen werden meist die Aktionsbereiche „Organisation“, „Kommunikation“ und „Kooperation“ genannt. Kaum Erwähnung findet die Personal-Führung, deren Intensität und Qualität entscheidenden Einfluß auf die Leistungsfähigkeit der Akteure und des Gesamtsystems hat. Aber gerade hier existieren ungenutzte Reserven.

Beispiel Haus- und Fachärzte

In Arztpraxen liegt – wie Praxisanalysen zeigen – der aktuelle durchschnittliche Leadership Materialization Score (LMS, Einsatz der Führungsinstrumente im Vergleich zum Best Practice-Standard) über alle Fachgruppen betrachtet bei 46,3% (Optimum: 100%). Die Führungswirkung, gemessen als der Leadership Impact Score (LIS, Mitarbeiterzufriedenheit in Relation zu den Anforderungen) beträgt 39,5%. Das bedeutet, dass niedergelassene Ärzte mehr als die Hälfte der für einen reibungslos funktionierenden Praxisbetrieb notwendigen Führungsinstrumente nicht einsetzen. Erschreckend ist zudem, dass der ohnehin niedrige Wert im Zeitablauf gesunken ist, denn vor drei Jahren lag der LMS noch bei 51,6%.

Ein Defizit mit System-Effekt

Das Führungs-Defizit beeinträchtigt die Leistungserbringung in den Betrieben, Effizienz und Produktivität, aber auch die medizinische Versorgungsqualität fallen geringer aus als sie sein könnten. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens betroffen.

Ursachenforschung

Die Gründe für die Führungs-Zurückhaltung der Ärzte sind, wie Interviews zur Thematik zeigen, äußerst vielfältig: die einen gehen davon aus, dass Führung im Erteilen von Anweisungen und in der Zahlung des Gehalts besteht, andere interessiert die Befindlichkeit der Belegschaft grundsätzlich nicht. Dritte fühlen sich aufgrund ihrer ohnehin hohen Arbeitsleistung nicht in der Lage, auch noch führungstechnisch aktiv zu werden und eine weitere Gruppe weiß gar nicht genau, wie sie in diesem Handlungsbereich aktiv werden soll.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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©IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES

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