Betriebsvergleiche in der ambulanten Medizin: Organisations-Defizite mindern die Qualität der Patientenversorgung

Worum es geht

Organisatorische Unzulänglichkeiten in Arztpraxen werden allgemein mit Konsequenzen wie Ärger und Frustration verbunden. Kaum beachtet wird jedoch, dass sie die Versorgungsqualität der Patienten mindern.

Die Praxis-Organisation: Frustfaktor Nr. 1

Überlange Wartezeiten, umständliche und zeitintensive Abläufe, Monate bis zum nächsten Termin: in den Patientenzufriedenheits-Befragungen des Benchmarking-Betriebsvergleichs steht die Kritik an einer unzureichenden Organisation – in welcher Form auch immer – an erster Stelle. Die Folgen sind Unzufriedenheit und Ärger.

Die zu wenig berücksichtige Gefahr

Gleichzeitig haben die organisatorischen Defizite jedoch eine viel vitalere und bislang kaum erwähnte negative Konsequenz: sie mindern die Qualität der Patientenversorgung, denn Ärzte und ihre Medizinischen Fachangestellten sind natürlich auch selbst von den in Eigenregie geschaffenen Problemen betroffen, die ihren Handlungsbedarf- und Betreuungs-Spielraum drastisch einengen.

Ärztliche Verkürzungs-Strategien

Der Druck durch wartende Patienten führt vor allem dazu, dass Haus- und Fachärzte – um Zeit einzusparen – in den Patientengesprächen nur die ersten Symptom-Schilderungen aufnehmen und die Beschreibungen frühzeitig unterbrechen.

Arzt-Patienten-Gespräche münden in Skepsis

Dieses Vorgehen führt insgesamt zu nur teilweise abgesicherten therapeutischen Entscheidungen, die weit vom Optimum entfernt sein können. Patienten fühlen sich durch ein derartiges Kommunikationsverhalten der Ärzte zurückgesetzt und nicht ernst genommen, eine häufige Anmerkung in den Patientenbögen. In Praxisbetrieben mit Organisations-Defiziten ist immer – das zeigen die Betriebsvergleichs-Daten ebenfalls – der Key Performance Indikator für die Arzt-Patienten-Kommunikation nur gering ausgebildet. Besonders schädlich wirkt sich die Gesprächsverkürzung auf die Compliance aus: da die Patienten den Eindruck geringer Sorgfalt und mangelnden Interesses haben, sind sie auch bezüglich der empfohlenen Therapien äußerst skeptisch, da diese ihrem Empfinden nach aus einer zu geringen Daten- und Informationsbasis abgeleitet wurden und folgen den Empfehlungen deshalb nur bedingt.

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