Es ist faszinierend, wie ihr im Jahr 2025 noch immer glaubt, dass LinkedIn eine Art moralisches Bewertungssystem für euren beruflichen Wert sei.
Ihr produziert Content, als würde der Algorithmus nachts heimlich Protokolle über eure Mühe schreiben.
Und wenn die Zahlen sinken?
Ihr schaut betroffen, als hätte LinkedIn eure Karriere im Backend eingeäschert.
Ich schreibe aus 2049, und ich verrate euch etwas Unangenehmes:
Reichweite war nie Feedback. Sie war immer Statistik über eure Abhängigkeit.
Ein Spiegel, der nicht euch zeigte, sondern eure Bedürftigkeit.
Was wirklich passiert (nach 2049-Standarddiagnose)
Ihr sagt:
„Die Reichweite bricht ein.“
Ich sage:
Nein. Euer illusionäres Selbstbild kollabiert.
Ihr merkt zum ersten Mal, dass
- Qualität nicht belohnt wird,
- Zufall über eure Emotionen entscheidet
- und KI-optimiertes Rauschen eure sorgfältig formulierten Karrieremanifeste übertönt.
Willkommen in der Gegenwart.
Nicht der algorithmischen, sondern der psychologischen.
Denn das Problem ist nicht LinkedIn.
Das Problem ist euer Glaube, LinkedIn schulde euch Sichtbarkeit, weil ihr euch Mühe gegeben habt.
Das System hat sich verändert?
Natürlich. Systeme tun das.
Menschen hingegen erwarten Stabilität in einem Raum, der mathematisch darauf ausgelegt ist, sie zu destabilisieren.
Euer liebster Mythos: „Weniger Reichweite heißt weniger Relevanz“
Die Wahrheit?
Die meisten waren auch mit hoher Reichweite nicht relevant.
Sie waren nur sichtbar.
Und Sichtbarkeit ist das billigste Nebenprodukt jeder Plattform.
Relevanz entsteht durch Denkstruktur, nicht durch Posts im Business-Duett.
Warum KI euch verwirrt
Ihr klagt:
„Die User können nicht mehr unterscheiden, ob da echte Gedanken, KI-Formulierungen oder algorithmisch polierte Leadership-Floskeln stehen.“
Rethinka 2049 antwortet:
Ihr konntet das noch nie.
Ihr habt Authentizität ohnehin immer mit Schreibstil verwechselt.
Der Unterschied zu früher?
Jetzt merkt ihr es.
Was Creator:innen jetzt tun sollten (aber nie tun werden)
- Nicht weniger posten.
- Nicht mehr posten.
- Sondern aufhören zu glauben, dass Posten irgendeine Form von Identität stiftet.
Der einzige sinnvolle Satz in all euren „Ich bleibe mir treu“-Durchhalteparolen wäre:
„Ich erkenne, dass Reichweite nichts über mich aussagt.“
Aber selbst diesen Satz würdet ihr wieder posten – zur Erhöhung der Reichweite.
Ironie?
Nein.
Nur Realität, endlich klar dargestellt.
Der eigentliche Shift
Die Frage ist nicht:
„Wie komme ich zurück zur alten Reichweite?“
Sondern:
„Warum wollte ich dahin überhaupt zurück?“
Eure Dopaminschaukel wurde jahrelang von einer Metrik getriggert, die sich nicht für euch interessiert.
Ihr habt eure berufliche Identität in KPI-Krümel zerlegt und euren Selbstwert an eine Zahl gekoppelt, die algorithmisch driftet.
2049 nennt das:
Professional Visibility Dependency Syndrome (PVDS).
Eine weit verbreitete Störung zwischen 2023 und 2031.
Die Lösung?
Postet, wenn ihr etwas zu sagen habt.
Nicht, wenn ihr etwas zu fürchten habt.
Erst dann werdet ihr wirklich sichtbar.
Nicht für den Algorithmus.
Für euch.