Rethinking: Du bist nicht brilliant – du bist blind

Du pitchst. Du brennst. Du glaubst.

Du hast ein Produkt, das die Welt braucht – davon bist du überzeugt.
Du hast ein Team, das an dich glaubt – das glaubst du zumindest.
Und du hast eine Vision, die größer ist als du selbst – oder doch nur dein Ego in futuristischem Gewand?

Was, wenn ich dir sage: Du bist nicht das Genie. Du bist das Risiko.

Nicht weil du schlecht bist.
Sondern weil du dich selbst nicht hinterfragst.
Weil du deine Denkfehler für Instinkt hältst.
Und deine blinden Flecken für Weitsicht.

Der gefährlichste Ort für dein Startup ist dein Kopf

Startup-Kultur glorifiziert Selbstvertrauen, Schnelligkeit und Durchsetzungsvermögen.
Was sie nicht glorifiziert: Zweifel, Selbstkritik, Denkdemut.
Und genau das wird dir zum Verhängnis.

Founder Bias heißt das Virus, das sich in dein Denken frisst.
Es lässt dich glauben, dass deine Idee besonders ist – obwohl sie oft nur ein alter Gedanke im neuen Pitchdeck ist.
Es lässt dich Rückschläge extern erklären – statt deine blinden Flecken zu beleuchten.
Es lässt dich für deine Ausdauer bewundern – auch wenn du damit geradewegs in den Abgrund läufst.

Du hältst deine Story für Realität

Du erzählst Investoren, Kunden und dir selbst, wie alles zusammenpasst.
Die Vision, der Markt, das Problem, die Lösung, die Skalierung.
Doch was du erzählst, ist oft nicht die Realität – sondern deine kognitive Erzählung davon.
Und je besser du darin wirst, desto schwieriger wird es, die Wahrheit zu sehen.

Denn jede gute Gründungsstory ist auch eine gute Ausrede:
für das Ausblenden unangenehmer Signale,
für das Ignorieren kritischer Stimmen im Team,
für das Weitermachen – obwohl längst klar ist, dass es so nicht weitergeht.

Du hörst nicht zu – du suchst Bestätigung

Du führst Feedbackgespräche.
Aber du willst nicht verstehen, sondern überzeugt werden.
Du lässt dich coachen.
Aber du hoffst auf einen Spiegel, der dich schöner zeigt.
Du suchst Mentoren.
Aber nur solange sie dich nicht mit deiner Selbstverliebtheit konfrontieren.

Kognitive Verzerrung in Reinform.
Du glaubst, dass du offen bist – bist aber längst im mentalen Lock-in.
Dein Learning Mindset ist in Wahrheit ein Confirmation Mindset.

Dein Team sieht’s längst – sagt’s aber nicht

Sie lächeln. Sie nicken.
Sie applaudieren deinen Visionen.
Doch innerlich schreien sie: „Warum sieht er nicht, was hier passiert?“

Sie beobachten deine Wiederholungen.
Deine fixen Ideen.
Deine allergische Reaktion auf echte Kritik.
Und sie ziehen sich zurück – ins stille Einvernehmen oder ins stille Kündigen.

Du denkst, du führst.
Sie denken, sie überleben.

Innovation entsteht nicht aus Gewissheit

Der größte Denkfehler von Gründern ist nicht ein schlechter Businessplan.
Es ist die Idee, dass alles schon stimmt – man müsse es nur durchziehen.
Doch echte Innovation entsteht nicht aus Beharrlichkeit,
sondern aus Bereitschaft zur kognitiven Selbstzerstörung.

Du musst bereit sein, deine Lieblingsidee zu töten.
Deine Narrative zu zerlegen.
Dein Selbstbild infrage zu stellen.
Nicht einmal. Sondern ständig.

Nur wer sich selbst nicht schützt, kann das Neue erschaffen.

Denkführung schlägt Produktführung

Das Narrativ vom genialen Gründer, der mit einer bahnbrechenden Idee die Welt verändert, ist eine gefährliche Mär.
Es ist nicht die Idee, die entscheidet – sondern das Denken dahinter.
Nicht das Produkt führt zum Erfolg, sondern die Denkfähigkeit des Gründers, sich selbst zu überholen.

Frage dich also nicht: „Wie bringe ich mein Startup weiter?“
Frage dich: „Wie verhindere ich, dass mein Denken es limitiert?“

Solange du das nicht kannst, bist du keine Führungskraft.
Sondern nur eine kognitive Engstelle mit CEO-Titel.

Fazit: Dein größter Hebel ist kein Investor – sondern dein Hirn

Wenn du bereit bist, deine mentale Komfortzone zu sprengen,
wenn du den Mut hast, deine eigenen Gewissheiten zu zerschlagen,
wenn du aufhörst, dich selbst für unfehlbar zu halten –

dann beginnt wahre Gründungsführung.

Nicht mit einem Pitch.
Sondern mit einem inneren Kollaps.
Ein Kollaps, der kein Scheitern ist, sondern ein Befreiungsschlag.

Und wenn du denkst, das sei zu hart formuliert –
dann bist du noch nicht dort, wo das Neue entsteht.

Für alle, die tiefer graben wollen

Dieser Beitrag kratzt nur an der Oberfläche eines Denkproblems, das weite Teile der Startup-Welt lähmt.
Wenn du bereit bist, deine mentale Landkarte neu zu zeichnen,
findest du den Deep Dive dort, wo Bücher nicht motivieren – sondern dein Denken elektrifizieren.

Mehr dazu findest du im passenden Rethinking Essay.
Für Menschen, die nicht nur gründen, sondern sich geistig neu erfinden wollen.

Erhältlich in allen E-Book-Stores.
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