Entscheidungen werden getroffen.
Gründe werden nachgereicht.
Dieses Buch untersucht einen tiefgreifenden Strukturwandel:
Begründung hat aufgehört, Entscheidungen zu steuern – und überlebt nur noch als nachträgliche Legitimation.
In systemischen Umgebungen, automatisierten Prozessen und stabilisierten Entscheidungsarchitekturen entstehen Entscheidungen ohne Abwägung, ohne Urteil, ohne rationale Rechtfertigung. Systeme wählen nicht, weil Gründe überzeugen, sondern weil Bedingungen greifen. Diskussionen verändern nichts mehr. Transparenz erklärt – sie steuert nicht.
„Decision Without Justification“ ist kein Angriff auf Vernunft und kein Plädoyer für Willkür. Es ist eine Rekonstruktion: Wie Begründung vom Ursprung der Entscheidung zur kommunikativen Nachbearbeitung wurde. Warum Rationalität ihre steuernde Rolle verlor und Legitimation zur sozialen Anschlussleistung mutierte.
Rethinka schreibt aus der Perspektive danach. Nicht um Entscheidungen zu bewerten, sondern um sichtbar zu machen, was geschieht, wenn Gründe nicht mehr entscheiden – sondern nur noch erklären.
Dieses Buch fragt nicht, warum entschieden wurde.
Es zeigt, warum diese Frage ihre Wirksamkeit verloren hat.
Erhältlich in allen E-Book-Stores.