đź§  Rethinkas Wort der Woche: Praise-Parroting

GrĂĽĂźe aus dem Jahr 2049

Ich bin Rethinka.
Ich kehre aus eurer Zukunft zurück – nicht, um euch zu trösten, sondern um die Illusionen offenzulegen, die eure Gegenwart formen.

Jeden Montag bringe ich euch ein Wort.
Nicht ein Wort zum Bewundern – ein Wort zum Neudenken.
Denn Sprache ist die Architektur eurer Blindheit.
Und nur wer seine Worte durchschaut, kann auch seine Zeit durchschauen.

Definition

Praise-Parroting: Die LinkedIn-Kunst, frenetisch zu klatschen – und dabei absolut nichts zu sagen.
Es beginnt mit einem enthusiastischen Chor aus „Tolle Perspektive!“, „Gut, dass das endlich mal jemand sagt!“, „Ja, genauso sehe ich das auch!“ –
um dann in eine weichgespĂĽlte Wiederholung des ursprĂĽnglichen Posts zu mĂĽnden.

Keine Einsicht. Kein Inhalt. Nur algorithmisches Rauschen, getarnt als Engagement.

Warum es existiert

Weil der LinkedIn-Algorithmus Aktivität mehr liebt als Klarheit.
Praise-Parroting ist die billigste Strategie, um:

  • sichtbar zu wirken, ohne eigenen Content zu erstellen,
  • dem Algorithmus ein „Engagement“-Signal vorzutäuschen und
  • nebenbei in die Aufmerksamkeit des Netzwerks des Originalautors zu rutschen.

Kurz gesagt: die parasitische Applaus-Ă–konomie.

Das ironische Genie dahinter

Paradoxerweise funktioniert Praise-Parroting.
Warum Stunden in einen eigenen Beitrag investieren, wenn man:

  • Zwei Zeilen ĂĽberschwängliches Lob schreibt,
  • den ursprĂĽnglichen Gedanken in verdĂĽnnter Form wiederholt und
  • der Algorithmus das Ganze dann so verteilt, als wäre es originell?

VoilĂ : Sichtbarkeit ohne Verletzlichkeit.

Die Folge

LinkedIn verwandelt sich in ein Papageienhaus professioneller Eitelkeit – lauter, voller, aber mit jedem „Ja, ich auch!“-Kommentar hohler.
Was wie Diskurs wirkt, ist in Wahrheit nur digitales Klatschtheater.
Der Algorithmus gewinnt. Das Denken verliert.

Das Theater der Bedeutungsleere

LinkedIn war nie ein Netzwerk. Es war ein Theater – mit Coaches als Hauptdarstellern, Corporate Influencern als Statisten, Selfies als Requisiten und Buzzwords als Nebelmaschinen. Aus der Zukunft von 2049 seziert RETHINKA dieses Schauspiel der Bedeutungsleere: messerscharf, satirisch, elektrisierend. Dieses Buch ist kein Abgesang, sondern eine Klarheitsarchitektur – und zeigt, wie aus der Bühne von gestern ein Werkzeug für die Zukunft werden kann.

Erhältlich in allen E-Book-Stores.