Haus- und Facharztpraxen: Aufgaben kann man delegieren. Klarheit nicht.

Delegation ist zunächst nur eine Aufgabenverlagerung

Delegation gilt zu Recht als ein wesentliches Instrument arbeitsteiliger Praxisorganisation. Ärztliche Arbeitszeit soll auf diejenigen Tätigkeiten konzentriert werden, für die ärztliche Kompetenz erforderlich ist, während delegierbare Aufgaben von entsprechend qualifizierten Mitarbeitenden übernommen werden. Mit zunehmender Arbeitsbelastung, Fachkräftemangel, erweiterten Versorgungsaufgaben und einer stärkeren Differenzierung der Tätigkeiten gewinnt dieses Prinzip zusätzlich an Bedeutung.

Aus der Übertragung einer Aufgabe folgt jedoch noch nicht zwangsläufig eine organisatorische Entlastung.

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Leitfaden zur MedStruction-Matrix

Wie organisatorische Beobachtungen in Haus- und Facharztpraxen eingeordnet werden

Summary

Die MedStruction-Matrix dient der systematischen Einordnung organisatorischer Beobachtungen in Haus- und Facharztpraxen. Sie beschreibt weder die Qualität einer Praxis noch bewertet sie einzelne Mitarbeitende. Ihr Ziel besteht darin, organisatorische Zusammenhänge innerhalb eines einheitlichen strukturdiagnostischen Referenzrahmens sichtbar zu machen. Jede Beobachtung wird dabei einer der fünf strukturellen Dimensionen sowie einem von vier Strukturzuständen zugeordnet. Dadurch entsteht eine gemeinsame diagnostische Sprache für die Beschreibung, den Vergleich und die wissenschaftliche Einordnung organisatorischer Fragestellungen.

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Moderne Medizin, fragile Übergänge: Wie eine internistische Gemeinschaftspraxis ihre organisatorische Tragfähigkeit untersuchte

Eine Praxis, die nach außen kaum Anlass zur Sorge gab

Die internistische Gemeinschaftspraxis gehörte auf den ersten Blick nicht zu den Einrichtungen, bei denen man eine organisatorische Untersuchung für besonders dringlich halten würde. Es handelte sich um eine etablierte Privatpraxis mit einem breiten internistischen Untersuchungs- und Behandlungsspektrum, modernen medizinischen Geräten und neu gestalteten Praxisräumen. Die Ärzte verfügten über hohe fachliche Kompetenz, konnten Leistungen individuell auf die Patienten abstimmen und waren aufgrund der gemeinschaftlichen Struktur in der Lage, unterschiedliche fachliche Schwerpunkte abzudecken.

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