Viele Praxen sind hervorragend organisiert. Checklisten, Abläufe, Zuständigkeiten – alles da.
Und trotzdem entsteht Überforderung.
Warum?
Continue reading “🧠 R2049 · NULLPUNKT (#5): Warum Struktur mehr ist als Ordnung”
Strukturion of Future Thinking
Viele Praxen sind hervorragend organisiert. Checklisten, Abläufe, Zuständigkeiten – alles da.
Und trotzdem entsteht Überforderung.
Warum?
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Der gefährlichste Satz im Praxisalltag.
Dieser Satz klingt harmlos.
Ist er aber nicht.
Wenn ich den europäischen Ärzte-Report aus dem Jahr 2025 lese (Medscape: Wie gut geht es Ärzten aus Deutschland im europäischen Vergleich?) , erkenne ich vor allem eines: eine gut gemeinte Analyse, die das falsche Problem adressiert hat.
Nicht, weil die Zahlen falsch wären.
Sondern weil die Richtung des Denkens falsch war.
Hi, hier spricht Rethinka.
Und ich schaue zurück auf eine Epoche, in der das medizinische Ökosystem versuchte, ein Smartphone wie ein Haustier zu behandeln: Man fand es süß, man zeigte es herum, aber man wollte auf keinen Fall, dass es im eigenen Zimmer etwas entscheidet.
👁️ Grüße aus dem Jahr 2049.
Ich bin Rethinka.
Ich blicke zurück auf eure Arztpraxen des Jahres 2025 – und sehe keine Medizin, sondern eine Liturgie aus Buzzwords.
Continue reading “🩺 Rethinka 2049: Die Praxis-Buzzwords – Diagnose einer Sprachkrankheit”
Ich blicke von 2049 zurück auf eure überfüllten Wartezimmer, eure gestapelten Terminkalender, eure 40 bis 60 Patient:innen am Tag.
Und ich frage: Wann habt ihr eigentlich aufgehört, Ärzt:innen zu sein – und angefangen, Kalenderverwalter:innen zu werden?
Fragt man Ärztinnen und Ärzte nach ihrer größten Belastung, fällt die Antwort oft klar aus: die Finanzen.
Die Abrechnung ist kompliziert, die Honorare unbefriedigend, die Bürokratie lähmt.
Doch die Klarheits- und Entwicklungsanalyse zeigt immer wieder: Das Problem liegt selten allein am Honorar.
Continue reading “Haus- und Fachärzte: Wenn Finanzen nicht stimmen, liegt es selten am Honorar”
Ärztinnen und Ärzte verlassen sich in ihrer Praxisführung gerne auf das, was sie seit Jahren kennen: Intuition, Erfahrung, Routine. Das fühlt sich vertraut an und hat in unzähligen Alltagssituationen funktioniert. Doch je komplexer die Anforderungen im Gesundheitswesen werden, desto klarer zeigt sich: Bauchgefühl allein reicht nicht mehr.
Haus- und Facharztpraxen laufen Tag für Tag auf Hochtouren. Es wird geplant, behandelt, telefoniert, organisiert, delegiert, improvisiert. Patienten werden versorgt, Rezepte ausgestellt, Gespräche geführt, Dokumentationen erstellt. Und doch stellt sich eine unbequeme Frage: Warum fühlt es sich oft so an, als ob die Praxis nie wirklich zur Ruhe kommt – obwohl alle ununterbrochen arbeiten?
Continue reading “Warum die Teams in Haus- und Facharztpraxen arbeiten, aber selten wirken”
Algognosismus bedeutet: Du führst nicht aus Erfahrung, nicht aus Bauchgefühl, sondern aus der klaren Erkenntnis dessen, was ist – und was werden kann.
Es ist die Kunst, Denken nicht als spontane Reaktion zu verstehen, sondern als bewusst gestaltete Struktur, die Fakten, Zusammenhänge und Entwicklungen in einer logischen, transparenten Architektur verankert.
In einer ärztlichen Praxis heißt das: Du entscheidest nicht mehr, weil es schon immer so gemacht wurde, sondern, weil du weißt, was wirklich wirkt. Du machst deine Führung nicht zum Nebenprodukt von Routinen, sondern zu einem präzisen, bewusst gesteuerten Prozess.
Die algognosistische Praxisführung basiert auf einer 9-Felder-Matrix, die drei Denkbewegungen mit drei Umsetzungsebenen kombiniert:
| REFLECT – Hinterfragen | ANALYZE – Erkennen | ADVANCE – Umsetzen | |
|---|---|---|---|
| UNLEARN | Mythen und falsche Annahmen erkennen und lösen | Unsichtbare Denkfallen aufdecken | Entscheidungen von Automatismen entkoppeln |
| DISRUPT | Standardroutinen brechen | Prozesse auf Klarheitslücken prüfen | Kontrollierte Störungen etablieren |
| REINVENT | Praxisführung als Architektur denken | Team zu Mitdenkern entwickeln | Lernfähige Praxisstruktur schaffen |
Du wirst diese Matrix in den kommenden neun Beiträgen Prinzip für Prinzip durchlaufen – immer mit der Kombination aus provokativem Perspektivwechsel und konkretem Praxisnutzen.
Die meisten Haus- und Facharztpraxen führen nicht ihre Praxis – sie führen das Erbe ihrer Vorgänger, ihrer Ausbilder oder ihres ersten Chefarztes.
Diese „unsichtbare Erbschaft“ besteht aus Mythen, Halbwahrheiten und Betriebslegenden, die du nie bewusst geprüft hast, weil sie schon da waren, bevor du Verantwortung übernommen hast.
Mythen wie:
– „Eine volle Sprechstunde ist ein Zeichen für eine erfolgreiche Praxis.“
– „Mitarbeiterführung ist eine Frage der Menschenkenntnis.“
– „Patientenzufriedenheit ist dasselbe wie gute Medizin.“
– „Wer schneller arbeitet, hilft mehr Menschen.“
Diese Sätze klingen plausibel, haben aber einen fatalen Nebeneffekt: Sie binden dich an Denk- und Handlungsweisen, die vielleicht vor 15 Jahren sinnvoll waren, heute aber deine Praxisleistung unbemerkt begrenzen.
Betriebslegenden sind Geschichten, die in deinem Team kursieren und sich tief ins Handeln eingraben – unabhängig davon, ob sie wahr sind.
Beispiele:
– „Dr. Müller hat immer alle Laborwerte sofort selbst kontrolliert – so muss das sein.“
– „Wir dürfen keine Online-Termine anbieten, das bringt nur Chaos.“
– „Überweisungen geben wir nur nach Rücksprache mit der Ärztin raus.“
Das Problem: Diese Geschichten sind nicht neutral. Sie formen, wie Entscheidungen getroffen werden, und sie erzeugen ein Klima, in dem Abweichung von der Legende als Risiko gesehen wird – selbst wenn sie objektiv sinnvoll wäre.
Jeder Mythos ist wie eine mentale Schablone, die du unbemerkt über jede Situation legst.
Das führt zu drei Risiken:
1. Wahrnehmungsverengung – Du siehst nur das, was zum Mythos passt.
2. Handlungsverarmung – Du greifst immer auf dieselben Lösungen zurück.
3. Führungsblockade – Du hinterfragst nicht mehr, ob deine Entscheidungen wirklich die besten sind.
Im medizinischen Kontext kann das bedeuten: Du übersiehst strukturelle Probleme, weil die Legende dir eine falsche Sicherheit vorgaukelt.
Schritt 1 – Mythos erkennen:
Nimm dir eine Woche und schreibe jede „Das macht man so“-Aussage auf, die dir im Praxisalltag begegnet – egal ob von dir, deinem Team oder deinen Patienten.
Schritt 2 – Ursprung prüfen:
Frage: Woher kommt diese Regel? Ist sie evidenzbasiert, gesetzlich gefordert oder reine Tradition?
Schritt 3 – Wirkung analysieren:
Bringt dieser Mythos deiner Praxis nachweislich Vorteile? Oder schützt er nur vor Veränderung?
Schritt 4 – Entscheidung treffen:
– Behalten: wenn er echten, aktuellen Nutzen hat.
– Anpassen: wenn er prinzipiell sinnvoll ist, aber in alter Form nicht mehr passt.
– Abschaffen: wenn er nur Platz frisst und dich blockiert.
Eine Hausarztpraxis feierte jahrelang, dass das Wartezimmer immer voll war.
Das galt als Beweis für Beliebtheit.
Doch eine Analyse der Wartezeiten ergab: Die Patientenzufriedenheit sank, die MFA waren dauerhaft überlastet, und die Einnahmen stiegen nicht proportional.
Erst als die Praxis den Mythos ablegte und auf strukturierte Terminvergabe + digitale Vorabklärung umstellte, verbesserten sich Arbeitsklima, Patientenfluss und Wirtschaftlichkeit – ohne dass die medizinische Qualität litt.
Als algognosistischer Praxisführer bist du Mythenjäger.
Du sorgst dafür, dass jede Regel, jede Gewohnheit und jede Erzählung einen aktuellen, belegbaren Grund hat.
Alles andere ist Ballast, den du mutig abwirfst, um Platz für bessere Strukturen zu schaffen.
Das ist kein einmaliger Prozess – es ist ein kontinuierlicher Reflexionsmodus.
Denn Mythen wachsen nach, wenn du sie nicht regelmäßig überprüfst.
Das ist der erste Schritt, um nicht nur besser zu führen, sondern klarer zu führen – algognosistisch, bewusst und gegenwartsfähig.
Der Praxismanagement-Betriebsvergleich© für Haus- und Fachärzte. Alle Informationen im Überblick…
