Digitalisierung des Gesundheitswesens: Achtung vor diesen drei subtilen Killer-Argumenten

Worum es geht

Kritik und Einwände im Zusammenhang mit Innovationen sind ein wichtiges Instrument, vor Fehlentwicklungen zu schützen und ihre Realisierung auf einen bestmöglichen Kurs zu bringen. Voraussetzung ist dabei, dass sachlich argumentiert wird, doch das ist gerade im Hinblick auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht der Fall. Drei Beispiele.

“Dafür existiert keine rechtliche Grundlage!“

Eine der größten Barrieren der Entwicklung des Gesundheitswesens ist die Bewertung von Zukunfts-Szenarien anhand von Vorgaben und Regelungen der Gegenwart. Wer beispielsweise heute darauf verweist, dass es wahrscheinlich in wenigen Jahren ein Kunstfehler sein wird, wenn Haus- und Fachärzte bei ihrer diagnostischen und therapeutischen Arbeit auf die Unterstützung durch verfügbare Expertensysteme und Künstliche Intelligenz verzichten, sieht sich häufig mit dem Argument konfrontiert, dass das rechtlich nicht zu erwarten ist, da hierfür derzeit keine bekannte Rechtsgrundlage existiert. Doch was für die Gegenwart gilt, kann sich bereits in naher Zukunft ganz anders darstellen. Ein Beispiel ist die Aufhebung des Fernbehandlungsverbotes.

“Die Technologie steckt doch noch in der Kinderschuhen!“

In Diskussionen zu einzelnen Digital-Ansätzen verweisen Transformations-Gegner oftmals auf die fehlende Marktreife, eine zu geringe Einsatzintensität und daraus resultierend auf zu wenig Erfahrungen oder werten Ansätze einfach ab („…KI-Expertensysteme simulieren doch nur, von Intelligenz kann keine Rede sein…“). Doch dieses Argument blendet die Dynamik des Wandels aus: was heute vielleicht noch ein einfacher Algorithmus ist, kann sich bereits in kurzer Zeit als umfassende Lösung mit substanzieller Anwendungsintensität präsentieren. Hinzu kommt die Negierung der Tatsache, dass die digitale Transformation für das Gesundheitswesen eine Innovation ist und per Definition die Faktenlage noch gar nicht umfassend sein kann.

“Die Digitalisierung wird vor allem mit Droh-Szenarien vorangebracht!“

Zukunfts-Szenarien basieren immer auf Wenn-Dann-Beziehungen, um Handlungsmöglichkeiten und Zusammenhänge zu skizzieren. Doch die werden von Transformations-Gegnern häufig als Drohungen interpretiert. Ursächlich hierfür ist der im Gesundheitswesen besonders ausgeprägte Wunsch vieler Akteure, möglichst nichts verändern zu müssen.

Visionär unterentwickelt

Insgesamt sind diese und andere Abwehr-Argumente Ausdruck einer grundsätzlichen Visions-Unwilligkeit und -Fähigkeit, die jedoch nicht verwunderlich ist, da unternehmerisch-perspektivisches Denken bislang – besonders im ärztlichen Bereich – kaum gefragt und gefördert wurde. Man konnte sich an Standards und Vorgaben orientieren. Das ändert sich jedoch nun und überfordert dementsprechend viele Leistungserbringer.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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