Rethinking: Preboarding – Die Kunst, den ersten Schritt zur Exzellenz zu meistern (THOR5013)

Die Fehlannahmen und toxischen Mindsets um Preboarding

Haben Sie sich jemals gefragt, warum der Prozess des Preboardings oft als reine Formalität betrachtet wird? In vielen Organisationen herrscht die Ansicht, dass Preboarding lediglich eine administrative Notwendigkeit darstellt. Es wird häufig als „Willkommenspaket mit Anreiseinformationen“ oder als einfacher „Startschuss“ für den Arbeitsbeginn eines neuen Mitarbeiters verstanden. Dieses begrenzte Verständnis führt zu fatalen Fehlinterpretationen:

  • Die Annahme, dass Preboarding nur für den neuen Mitarbeitenden relevant sei und keinerlei Auswirkungen auf die Teamdynamik habe.
  • Der Glaube, dass ein effizienter Onboarding-Prozess den Preboarding-Schritt nahezu obsolet mache.
  • Ein toxisches Mindset, das Preboarding als Aufgabe der Personalabteilung und nicht als Führungsverantwortung sieht.
  • Die Idee, dass ein Versäumnis in diesem Bereich ohne langfristige Konsequenzen bleibt.

Diese Fehlmeinungen manifestieren sich in einer Kluft zwischen den Erwartungen neuer Mitarbeitender und den tatsächlichen Erfahrungen. Sie bergen das Risiko, Vertrauen und Engagement bereits vor dem ersten Arbeitstag zu erschüttern. Warum? Weil die Zeit vor dem eigentlichen Start entscheidend für den Aufbau einer nachhaltigen Verbindung ist. Doch was bedeutet Preboarding wirklich?

Was Preboarding wirklich ist

Preboarding ist mehr als ein administrativer Akt. Es ist die Brücke zwischen Erwartung und Realität, zwischen Vorstellung und Zugehörigkeit. Philosophisch betrachtet symbolisiert Preboarding den Übergang, einen Schwellenmoment, der geprägt ist von Unsicherheit und Vorfreude. Psychologisch bedeutet es, den Raum zwischen den bisherigen Erfahrungen eines Mitarbeiters und seiner neuen Rolle bewusst zu gestalten. Es ist ein Prozess der Beziehungsgestaltung, der auf Vertrauen, Klarheit und Wertschätzung basiert.

Preboarding beginnt nicht erst mit der Vertragsunterzeichnung. Es beginnt in dem Moment, in dem ein Kandidat sich für Ihr Unternehmen entscheidet. Es ist ein Versprechen, das die Kultur, Werte und Vision Ihrer Organisation repräsentiert. Und es ist die erste Gelegenheit, als Führungsverantwortlicher eine Verbindung zu schaffen, die über Aufgaben und Positionen hinausgeht.

Der philosophische Blick: Übergänge gestalten

Haben Sie jemals über die Bedeutung von Schwellen nachgedacht? Preboarding ist ein Schwellenraum – ein Zwischenzustand, der geprägt ist von Möglichkeiten und Unsicherheiten. Philosophen wie Heidegger sprechen von der Notwendigkeit, diesen Raum bewusst zu betreten, um Orientierung und Identität zu schaffen. Als Führungspersönlichkeit sind Sie der Hüter dieses Raumes. Sie schaffen den Kontext, in dem ein neuer Mitarbeitender seinen ersten Schritt in Richtung Integration machen kann. Ohne diese bewusste Gestaltung bleibt der Raum ein Niemandsland, in dem Unsicherheiten und Missverständnisse gedeihen.

Die psychologische und tiefenpsychologische Dimension

Psychologisch gesehen wirkt Preboarding auf der Ebene der Erwartungen. Die Sozialpsychologie zeigt, dass der erste Eindruck prägend ist. Die Art und Weise, wie Sie mit einem neuen Teammitglied in dieser Phase kommunizieren, legt den Grundstein für dessen Motivation, Engagement und emotionale Bindung. Tiefenpsychologisch betrachtet geht es um Vertrauen. Vertrauen entsteht, wenn der neue Mitarbeitende spürt, dass sein Einstieg ernst genommen wird. Ein vernachlässigtes Preboarding signalisiert Gleichgültigkeit – ein psychologisches Gift, das die spätere Zusammenarbeit vergiften kann.

Der arbeitspsychologische und gesundheitspsychologische Blickwinkel

Arbeitspsychologisch ist Preboarding ein entscheidender Schritt, um Stress zu reduzieren. Der Eintritt in eine neue Rolle ist eine der stressreichsten Erfahrungen im Berufsleben. Ein strukturiertes, empathisches Preboarding minimiert diesen Stress und fördert ein Gefühl der Kontrolle. Gesund­heits­psychologisch betrachtet wirkt sich dies positiv auf die mentale Resilienz aus. Neue Mitarbeitende, die sich von Anfang an wertgeschätzt und sicher fühlen, starten nicht nur motivierter, sondern auch gesünder in ihre neue Position.

Warum ein Rethinking notwendig ist

Wie oft haben Sie darüber nachgedacht, was Ihre Führungsrolle in einem sich wandelnden Arbeitsumfeld bedeutet? Die klassische Herangehensweise an Preboarding genügt nicht mehr. Als Vorgesetzter tragen Sie Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit Ihres Teams und Ihrer Organisation. Ein neues Denken in Bezug auf Preboarding ist daher unverzichtbar. Es geht nicht nur darum, Mitarbeitende zu integrieren, sondern darum, eine Kultur zu gestalten, die Vertrauen, Engagement und Exzellenz fördert.

Ein bewusster Preboarding-Prozess ermöglicht es Ihnen, Ihre eigene Führungsrolle zu reflektieren. Wann haben Sie zuletzt ehrlich darüber nachgedacht, wie Ihre ersten Kontakte zu neuen Mitarbeitenden auf deren Motivation wirken? Dieses Rethinking gibt Ihnen die Chance, nicht nur als Teamleiter, sondern als Wegbereiter einer neuen Kultur wahrgenommen zu werden.

Die R2A-Formel des Rethinkings: Reflect, Analyze, Advance

Reflect: Die Bedeutung von Preboarding erkennen

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und denken Sie an den letzten neuen Mitarbeitenden, den Sie in Ihrem Team begrüßt haben. Wie verlief dessen Preboarding? Welche Botschaften haben Sie bewusst oder unbewusst vermittelt? Fragen Sie sich: „Wie möchte ich als neuer Mitarbeitender behandelt werden?“

Die Reflexion Ihrer bisherigen Praxis ist der erste Schritt. Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Fuße eines Hügels. Der Aufstieg beginnt mit einem ehrlichen Blick auf Ihre Ausgangslage. Seien Sie offen für die Möglichkeit, dass es Verbesserungspotenzial gibt.

Analyze: Schwächen identifizieren und Bedürfnisse verstehen

Analysieren Sie die Schwächen Ihres aktuellen Preboarding-Prozesses. Wie gut kennen Sie die Erwartungen Ihrer neuen Mitarbeitenden? Haben Sie Strukturen geschaffen, die es Ihnen ermöglichen, diese Erwartungen zu erfüllen? Versetzen Sie sich in die Lage eines neuen Teammitglieds. Wie klar sind die ersten Schritte? Wie willkommen fühlen Sie sich?

Ein effektives Preboarding erfordert Klarheit, Empathie und Planung. Es geht nicht nur um Informationen, sondern auch um Emotionen. Fragen Sie sich: „Was kann ich tun, um diesen Übergang einfacher, positiver und bedeutungsvoller zu gestalten?“

Advance: Praktische Schritte zur Exzellenz

  • Entwickeln Sie eine Preboarding-Checkliste, die nicht nur administrative, sondern auch emotionale Aspekte umfasst. Denken Sie an die Werte und Ziele Ihrer Organisation und wie Sie diese in der Kommunikation vermitteln.
  • Richten Sie persönliche Begrüßungsbotschaften an neue Mitarbeitende, die ihre Entscheidung für Ihr Team bestätigen und ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit geben.
  • Planen Sie frühzeitige Kontaktpunkte, bei denen der neue Mitarbeitende nicht nur organisatorische Informationen erhält, sondern auch die Möglichkeit hat, Fragen zu stellen und erste Beziehungen zu knüpfen.
  • Schaffen Sie eine visuelle Metapher: Stellen Sie sich vor, wie Ihr neuer Mitarbeitender den Hügel seiner eigenen beruflichen Reise besteigt. Geben Sie ihm das Werkzeug, das er für den Aufstieg benötigt.

Der Gipfel des Preboardings: Eine neue Führungsvision

Am Ende Ihrer eigenen „Reise des Rethinkings“ steht nicht nur ein verbesserter Prozess. Sie stehen auf einem Hügel, der Ihnen eine neue Perspektive auf Ihre Rolle und Verantwortung bietet. Von hier aus erkennen Sie, dass Preboarding nicht nur ein Prozess, sondern eine Philosophie ist – eine Philosophie, die Sie in Ihrer Führungsreise zu Exzellenz führt.

Reflect. Analyze. Advance.
Reflect. Analyze. Advance.

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