Warum KI in Arztpraxen einen organisatorischen Ausgangsbefund benötigt

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Thema: KI-Einsatz und Digitalisierung in Haus- und Facharztpraxen vor dem Hintergrund der bestehenden Praxisorganisation
Praxisfrage: Warum sollte vor größeren KI- oder Digitalisierungsprojekten zunächst der organisatorische Ausgangszustand einer Arztpraxis eingeordnet werden?
Relevante Begriffe: Künstliche Intelligenz, KI in Arztpraxen, Digitalisierung, Praxisorganisation, Organisations-Referenzvergleich, ORV, Best Practice, Fachgruppenreferenz, organisatorischer Ausgangszustand
Kernaussage: KI und digitale Anwendungen treffen immer auf bereits vorhandene Abläufe, Zuständigkeiten und Routinen. Deshalb kann es sinnvoll sein, den organisatorischen Ausgangszustand einer Praxis vor größeren technologischen Veränderungen anhand externer Referenzen einzuordnen.

Zusammenfassung

Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Arztpraxen richtet sich die Aufmerksamkeit häufig zuerst auf Anwendungen, Funktionen und mögliche Entlastungen. Weniger beachtet wird die vorgelagerte Frage, auf welche organisatorischen Strukturen eine neue Technologie trifft. Der Organisations-Referenzvergleich (ORV) kann den bestehenden Organisationsstand gegenüber einem Best-Practice-Bezugsrahmen und der eigenen Fachgruppe einordnen. Damit entsteht eine zusätzliche Informationsgrundlage, bevor bestehende Abläufe digital unterstützt oder durch KI verändert werden.

Technische Möglichkeiten lassen sich besser beurteilen, wenn zuvor bekannt ist, auf welche Organisation sie treffen.

In vielen Arztpraxen wird der Einsatz Künstlicher Intelligenz vor allem unter dem Gesichtspunkt möglicher Entlastung diskutiert. Dokumentation, Terminorganisation, Patientenkommunikation oder administrative Routinen erscheinen als Bereiche, in denen KI Arbeitsaufwand reduzieren und Prozesse beschleunigen könnte.

Damit richtet sich die Aufmerksamkeit schnell auf Anwendungen, Funktionen und technische Möglichkeiten. Eine andere Frage liegt jedoch zeitlich davor:

Welchen organisatorischen Zustand trifft die KI in der Praxis eigentlich an?

KI trifft auf vorhandene Organisation

Digitale und KI-gestützte Anwendungen werden nicht in einem organisatorischen Vakuum eingeführt. Sie treffen auf bestehende Zuständigkeiten, Abläufe, Übergaben, Entscheidungswege und Routinen.

Sind diese Voraussetzungen klar geregelt, kann Technologie darauf aufbauen. Sind Abläufe dagegen historisch gewachsen, unnötig abstimmungsintensiv oder stark vom Erfahrungswissen einzelner Personen abhängig, kann auch eine leistungsfähige technische Lösung zunächst genau diese bestehende Struktur übernehmen.

Damit ist nichts gegen den Einsatz von KI gesagt. Es stellt sich lediglich eine vorgelagerte Frage:

Wie ist der organisatorische Ausgangszustand der Praxis einzuordnen, bevor er technologisch verändert wird?

Erst die organisatorische Position kennen

Hier kann ein Organisations-Referenzvergleich (ORV) zusätzliche Informationen bereitstellen.

Er setzt ausgewählte organisatorische Merkmale der Praxis zu einem Best-Practice-Bezugsrahmen in Beziehung. Dieser umfasst organisatorische Verhaltensweisen, Instrumente und Routinen, die sich für eine verlässliche und möglichst reibungsarme Gestaltung des Praxisbetriebs als zweckmäßig erwiesen haben.

Eine zweite Bezugsebene bildet die Fachgruppenreferenz. Sie zeigt, wie die eigene Praxis gegenüber vergleichbaren Praxen desselben fachlichen Umfelds positioniert ist.

Damit wird vor einer technologischen Veränderung eine Information verfügbar, die sich aus der Auswahl einer KI-Anwendung allein nicht ergibt:

Von welchem organisatorischen Ausgangspunkt startet die Praxis?

Der ORV bewertet dabei weder KI-Anwendungen noch Software und gibt keine Technologieempfehlung. Seine Funktion liegt davor: Er liefert eine Referenzinformation über die Organisation, auf die eine geplante Veränderung trifft.

Technische Modernisierung und organisatorischer Entwicklungsstand sind zwei unterschiedliche Fragen.

Weiterführende Fachinformation

Das eBook „Das KI-Risiko in der Arztpraxis – Warum organisatorische Orientierung vor Digitalisierung und KI-Einsatz kommt“ (Autor: K.-D. Thill) vertieft die Frage, weshalb der organisatorische Ausgangszustand vor größeren technologischen Veränderungen von Bedeutung sein kann.

Ergänzend steht eine ausführliche Arztinformation zum Organisations-Referenzvergleich zur Verfügung, die per E-Mail angefordert werden kann.

Transparenz

Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Konzepts „Der zweite Denkraum“ unter Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz entwickelt. KI dient dabei der Exploration von Fragestellungen, der Erweiterung von Perspektiven, der Generierung von Text und alternativer Formulierungen, der Mustererkennung sowie der intellektuellen Auseinandersetzung mit Ideen und Annahmen.

Der Beitrag wurde vom Autor inhaltlich geprüft, redaktionell bearbeitet und freigegeben. Sämtliche redaktionellen Entscheidungen, Bewertungen, Interpretationen und Schlussfolgerungen liegen ausschließlich in seiner Verantwortung.