Haus- und Facharztpraxen: 72 Prozent Best Practice und trotzdem lohnt der Blick ins Detail

Warum derselbe Gesamtwert zwei sehr unterschiedliche Praxisorganisationen beschreiben kann

72 Prozent des Best-Practice-Referenzstandards.

Auf den ersten Blick ist das eine recht eindeutige Information. Die Praxis setzt knapp drei Viertel der organisatorischen Merkmale um, die im Referenzstandard erfasst sind. Dieser umfasst Verfahren, Instrumente und Verhaltensweisen, die sich auf empirischer Grundlage als wesentlich dafür erwiesen haben, dass ein Praxisbetrieb auch unter wechselnden Anforderungen und Belastungen verlässlich und möglichst reibungslos funktioniert.

72 Prozent beschreiben damit eine organisatorische Position gegenüber dieser Referenz. Aber wie sieht eine Praxis mit 72 Prozent eigentlich aus? Genau an dieser Stelle stößt ein Gesamtwert an seine Grenze. Denn zwei Praxen können denselben Best-Practice-Umsetzungsgrad erreichen und organisatorisch dennoch unterschiedlich aufgestellt sein.

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Haus- und Facharztpraxen: Warum „es läuft doch“ keine organisatorische Kennzahl ist

„Eigentlich läuft es bei uns.“ Für einen Praxisinhaber ist das eine durchaus fundierte Aussage. Er erlebt seine Praxis jeden Tag. Er sieht, ob die Sprechstunde funktioniert, ob Termine bewältigt werden, ob Befunde bearbeitet werden, ob das Team mit dem Patientenaufkommen zurechtkommt und ob die vielen kleinen organisatorischen Anforderungen eines normalen Praxistages erledigt werden.

Diese Erfahrung sollte man nicht gering schätzen. Im Gegenteil. Wer eine Praxis über Jahre oder Jahrzehnte führt, entwickelt ein sehr genaues Gespür dafür, ob der Betrieb trägt. Nur ist dieses Gespür keine Kennzahl. Und es beantwortet eine andere Frage als eine organisatorische Referenzinformation.

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