Looking ahead: Mit der Nutzwert-Analyse zur Auswahl der besten Strategie-Alternative

Worum es geht

Ob Unternehmer, Selbständiger oder Angestellter: alle Akteure des Gesundheitswesens sind gegenwärtig gezwungen, auf die neuen An- und Herausforderungen ihrer Tätigkeitsbereiche zu reagieren. Doch mittelfristig ist es notwendig, wieder zu einer perspektivischen Orientierung zu gelangen, die es ermöglicht, vom Reaktions- zurück in einen Aktionsmodus zu gelangen. Hierfür stellen die Blog-Beiträge der kommenden Zeit unter dem Titel „Looking ahead“ Anwendungsanleitungen zur Verfügung, die helfen sollen, für den eigenen Arbeitsrahmen geeignete Methoden, Instrumente und Best Practices auszuwählen und erfolgreich umzusetzen.

Die Nutzwertanalyse

Bei der Entwicklung von Strategien besteht eine wesentliche Aufgabe darin, aus mehreren Alternativen die bestmögliche auszuwählen. Diese Situation ist das Einsatzfeld der Nutzwert-Analyse, die auch unter den Bezeichnungen „Scoring-Modell“, „Utility Analyse“ oder Punktbewertungs-Verfahren bekannt ist.
Sie ermöglicht, auch komplexere Handlungsalternativen zu bewerten und mittels der für die jeweilige Konstellation relevanten Kriterien und Prioritäten systematisch die optimale Entscheidung zu treffen. Hierbei sind sowohl quantitative als auch qualitative Auswahlgrößen verwendbar. Und so funktioniert das Instrument:

Schritt 1: Festlegung der Vergleichs-Objekte

Zu Beginn werden die in Frage kommenden, gegeneinander abzuwägenden Alternativen festgelegt. Oftmals gibt es für die Generierung der engeren Auswahl schon erste Ausschluss- bzw. Auswahlkriterien-Kriterien, z. B. einen Finanzierungsplan-Rahmen, technische und rechtliche Gegebenheiten, Marktparameter etc. Durch diese Filterung wird der Auswahlprozess auf die relevanten Optionen fokussiert und im Aufwand reduziert.

Schritt 2: Definition der Bewertungskriterien

Um die in Frage kommenden Alternativen gegeneinander abzugrenzen, wird nun eine Liste der Merkmale erstellt, die die abzuwägenden Optionen unbedingt aufweisen sollten. Diese Merkmale verkörpern gleichzeitig die Zielvorstellungen, die mit der Auswahlentscheidung verfolgt werden.

Schritt 3: Gewichtung der Bewertungskriterien

Nicht alle Merkmale sind dabei gleich wichtig. Um diese Unterschiede für die Entscheidungsfindung abzubilden, wird jedem Kriterium eine Gewichtung zugeordnet, z. B. Werte von 0 bis 10, die Einstufungen von „absolut unwichtig“ bis „elementar wichtig“ repräsentieren.

Schritt 4: Festlegung des Bewertungsmaßstabes

Um die Erfüllung der einzelnen Kriterien durch die Alternativen zu indizieren, wird in diesem vierten Schritt ein Bewertungsmaßstab gebildet, z.B. in Form einer Skala von 6 Punkten, die die Beurteilung „sehr gut“ oder „vollständig erfüllt“ widerspiegeln, absteigend bis 0 Punkte („ungenügend“ oder „gar nicht erfüllt“).

Schritt 5: Bewertung der Alternativen

Nun erfolgt der Hauptschritt, indem je Kriterium und Alternative eine konkrete Bewertung durch die Vergabe der Punkte erfolgt (vgl. Schritt 4). Jeder dieser zugeordneten Punktwert wird dann mit der entsprechenden Gewichtung des Kriteriums multipliziert (vgl. Schritt 3).

Schritt 6: Auswahl der am besten geeigneten Alternative

Summiert man abschließend alle sich durch das Verfahren aus Schritt 5 ergebenden Werte, ergibt sich für jede Variante ihr spezifischer Gesamt-Eignungswert. Die Alternative mit dem höchsten Gesamtwert entspricht dabei den vorher definierten Kriterien am besten.