Praxisführung: Warum mehr Teambesprechungen nicht automatisch bessere Führung bedeuten

In einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis sind regelmäßige, kurze Teambesprechungen fester Bestandteil der Arbeitsorganisation. Zuständigkeiten sind geklärt, Entscheidungen werden dokumentiert und wichtige Informationen zuverlässig weitergegeben. Die Praxisinhaber sind mit der Zusammenarbeit zufrieden, fragen sich jedoch, ob umfangreichere Besprechungsformate die Qualität ihrer Mitarbeiterführung zusätzlich verbessern könnten.

Das folgende konstruierte Fallbeispiel zeigt, wie eine erweiterte Praxismanagementanalyse bei der Beurteilung dieser Frage helfen kann.

Was die Untersuchung sichtbar macht

Im Rahmen einer ORV-Profil-Untersuchung (Organisations-Referenzvergleich) werden die eingesetzten Führungsinstrumente erfasst und durch differenzierte Mitarbeiter- und Teamanalysen ergänzt. Danach erfolgt ein Vergleich der Ergebnisse mit den Gegebenheiten anderer Praxen derselben Fachrichtung sowie mit den definierten Merkmalen des Best Practice-Standards.

Dabei ergibt sich ein weitgehend positives Bild: Die Mitarbeitenden beurteilen die Erreichbarkeit der Praxisleitung, die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und die Zusammenarbeit günstig. Auch die ergänzenden Teambewertungen zeigen keine auffälligen Schwächen.

Die Untersuchung macht damit deutlich, dass die Praxis trotz ihrer vergleichsweise schlanken Besprechungsorganisation in wesentlichen Bereichen des Führungsmanagements positiv bewertet wird.

Welche Erkenntnis daraus entsteht

Für die Praxisinhaber liefern die Ergebnisse eine zusätzliche Bestätigung ihrer bisherigen Einschätzung. Aus den erhobenen Befunden ergibt sich kein unmittelbarer Anlass, die Besprechungsformate allein aufgrund ihrer begrenzten Dauer auszuweiten.

Allerdings belegen positive Bewertungen weder die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit sämtlicher Kommunikationsprozesse noch die Wirkungslosigkeit zusätzlicher Besprechungen. Sie ermöglichen jedoch eine differenziertere Beurteilung des bestehenden Führungsmanagements.

Die entscheidende Erkenntnis lautet: Nicht die Anzahl oder Dauer von Besprechungen ist für sich genommen ausschlaggebend, sondern ob die vorhandenen Regelungen die erforderliche Information, Abstimmung und Beteiligung unterstützen.

Was andere Praxisinhaber daraus mitnehmen können

Das Fallbeispiel verdeutlicht einen häufig unterschätzten Nutzen systematischer Managementanalysen: Sie müssen nicht zwangsläufig Schwächen aufdecken. Ebenso können sie bestehende Einschätzungen bestätigen, vermeintlichen Veränderungsbedarf relativieren und helfen, unnötigen organisatorischen Zusatzaufwand zu vermeiden.

Für Haus- und Fachärzte ergibt sich daraus eine unmittelbar übertragbare Frage: Welche unserer Managementregelungen funktionieren bereits zufriedenstellend, und auf welche Informationen stützen wir diese Einschätzung?

Der ORV Profil von IFABS verbindet hierzu Fachgruppen- und Best-Practice-Vergleiche mit zusätzlichen Führungs-, Team- und Patientenanalysen. Dadurch lässt sich die eigene Praxisführung differenzierter beurteilen – unabhängig davon, ob bereits organisatorische Probleme bestehen.

Weitere Informationen zum Untersuchungsumfang, zur Durchführung und zum Ergebnisbericht sind im IFABS-Shop erhältlich.

Transparenz

Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Konzepts „Der zweite Denkraum“ unter Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz entwickelt. KI dient dabei der Exploration von Fragestellungen, der Erweiterung von Perspektiven, der Generierung von Text und alternativer Formulierungen, der Mustererkennung sowie der intellektuellen Auseinandersetzung mit Ideen und Annahmen.

Der Beitrag wurde vom Autor inhaltlich geprüft, redaktionell bearbeitet und freigegeben. Sämtliche redaktionellen Entscheidungen, Bewertungen, Interpretationen und Schlussfolgerungen liegen ausschließlich in seiner Verantwortung.

Zusammenfassung

Regelmäßige, kurze Teambesprechungen können Bestandteil einer gut funktionierenden Praxisführung sein. Ein konstruiertes Fallbeispiel zeigt, wie ORV Profil durch ergänzende Führungs- und Teamanalysen bestehende Managemententscheidungen überprüfen, positive Einschätzungen bestätigen und vermeintlichen Veränderungsbedarf relativieren kann.