Forderung nach längeren Sprechstunden-Zeiten in Haus- und Facharzt-Praxen: Eine Optimierung der Organisation würde viele Probleme lösen

Worum es geht

Die Empörung ist groß: niedergelassene Ärzte beklagen in Anbetracht der politischen Forderung nach mehr Sprechstunden-Zeiten, dass sie mit ihren Teams ohnehin bereits am Limit des Möglichen arbeiten. Doch das ist häufig ein Irrtum.

Organisation, der vernachlässigte Aktionsbereich der Praxisführung

Betrachtet man die Fakten, so werden in Arztpraxen gegenwärtig – über alle Fachgruppen und Praxisformen bzw. –größen betrachtet – durchschnittlich nur knapp die Hälfte der für eine reibungslos funktionierende Praxisorganisation notwendigen Regelungen und Instrumente eingesetzt. Die hieraus resultierende Patientenzufriedenheit erfüllt lediglich 58% der Anforderungen und Wünsche. Und selbst in Betrieben, in denen die Teams akut keine Beeinträchtigung ihrer Arbeit verspüren, existieren häufig organisatorische Risikofaktoren, die mittel- bis langfristig zu Problemen führen.

Eigentlich kaum zu verstehen

Ein Grund hierfür ist, dass bislang erste 30% der Ärzte eine professionelle Untersuchung ihrer Strukturen und Prozesse durchgeführt haben. Das Gleiche gilt für das persönliche Zeitmanagement der Praxisinhaber, das mit der Organisation koordiniert sein muss. Die zurückhaltende Beschäftigung mit Organisations-Fragen ist eigentlich kaum nachzuvollziehen, denn 80% der Anlässe, die Hektik, Stress und Ärger in Arztpraxen verursachen, beruhen auf organisatorischen Defiziten und 60% der Gründe, die Patienten an Arztpraxen kritisieren, beziehen sich auf diesen Bereich.

Die Lösung wäre einfach und für alle nützlich

Organisationsanalysen, auch in Eigenregie durchgeführt, erbringen pro Praxis im Mittel 20 Verbesserungsmöglichkeiten für Strukturen und Abläufe. Zu den dabei entdeckten Fehljustierungen zählen z. B. falsch aufgebaute Bestellsysteme, eine unzureichende Aufgabenkoordination, eine zu gering ausgeprägte interne Kommunikation, fehlende Kompetenz-Regelungen und Handlungs-Prioritäten oder eine zu geringe Delegation. Die Korrekturen führen nicht nur zu einer spürbaren Entlastung des Arbeitsalltags der Teams, sondern auch zu der Fähigkeit, schnell und in größerem Umfang Termin anzubieten. Hiervor profitieren nicht nur die Patienten, sondern auch die Praxen, denn der Praxisgewinn steigt durch eine umfassende Organisations-Optimierung bis zu 25%.


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©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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