Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen: Die Effekte einer Verbesserung der Management-Qualität sind ausgeprägter als die der Digitalisierung

Worum es geht

Die Transformation kann eine Vielzahl von positiven Effekten bewirken, die insgesamt zu einer deutlichen Effizienzsteigerung der Arbeit im Gesundheitswesen führen. Das funktioniert jedoch nur, wenn eine entscheidende Voraussetzung erfüllt ist.

Management schlägt Transformation

Es existieren verschiedene Schätzungen zu den Effizienz-Effekten, die Leistungsanbieter im Gesundheitswesen mit Hilfe der Transformation erreichen können. Im Mittel liegen sie bei einem Plus von 20%. Das ist isoliert betrachtet ein guter Wert, doch relativ betrachtet ist er eher gering, denn eine Verbesserung der Management-Qualität würde die Wirksamkeit der Arbeit um bis zu 30% steigern. Hinzu kommt, dass die Realisierung von Digital-Effizienz und -Nutzen direkt von ihr abhängen.

Schwachstelle Management

So setzen Haus- und Fachärzte gegenwärtig beispielsweise knapp die Hälfte der Instrumente, Regelungen und Verhaltensweisen, die einen reibungslos funktionierenden Praxisbetrieb gewährleisten, gar nicht ein. Der Alltag ist durch eine Aneinanderreihung von Hilfslösungen geprägt, die jedoch keine flexible Stabilität gewährleisten. Die praktischen Auswirkungen der hieraus resultierenden Fehlsteuerungen erleben Patienten, aber auch Praxisteams täglich. Ähnliche Dysfunktionalitäten finden sich aber auch bei anderen Leistungsanbietern. Diese „Interne Management-Insuffizienz“ wird noch durch eine „Schnittstellen-Gestaltungsschwäche“ ergänzt.

Beispiel „Elektronischer Arztbrief“

Treffen nun Digital-Ansätze auf diese defizitäre Grundlage, führt das kaum zu Effizienz, denn die Lösungen sind gar nicht adäquat implementierbar. Ein Beispiel ist der elektronische Arztbrief. Er kann schnell verschickt und jederzeit verfügbar archiviert werden. Die Versorgungsqualität wird durch seine Nutzung jedoch nur dann verbessert, wenn er

  • zeitnah erstellt und übermittelt wird und
  • die Inhalte so aufbereitet sind, dass der Empfänger sie verwenden kann.

Die Realität sieht jedoch anders aus: die Wartezeiten auf die Briefe sind aufgrund der internen Management-Schwäche kaum verändert und die Kritik an den Inhalten verstummt ebenfalls nicht, da Spezialisten bzw. Kliniken und ihre zu- und einweisenden Partner diese Schnittstelle nicht im beidseitigen Interesse optimiert haben.

Fazit

Ohne eine Verbesserung der Management-Fähigkeiten und -Regelungen im Gesundheitswesen bleibt der Effizienz-Steigerungseffekt digitaler Lösungen mittelmäßig bis gering. Ein Management-Upgrade setzt hingegen Synergien in Gang, die einen deutlichen Effizienz-Sprung zu Folge haben werden.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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©IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES

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