Barrieren der Digitalisierung in Arztpraxen: Die wenigsten Haus- und Fachärzte denken strategisch

Worum es geht

Eine systematische Praxis-Führung und -Entwicklung ist – besonders im Hinblick auf die Digitalisierung – ohne Entscheidungen zur strategischen Grundausrichtung der Arbeit kaum möglich. Doch Haus- und Fachärzte sind auf diesem Gebiet kaum aktiv.

Zwei Interpretations-Welten

Die Interpretationen des Begriffs „strategisches Denken“ liegen bei niedergelassenen Ärzten weit auseinander: für die einen ist es ein Kaffeesatz-basiertes Stochern im Nebel, für andere eine Kunst, die nur wenige beherrschen. Diese Einschätzungen verhindern jede weitere Beschäftigung mit dem Thema und führen zu der Situation, dass nur etwa 25% der deutschen Ärzte über eine Praxis-Strategie verfügt.

Förderung des proaktiven Handelns

Die Digitalisierung verändert den Handlungsrahmen jedoch grundlegend, denn jenseits der TI-Pflicht sind Entscheidungen zur Transformation individueller unternehmerischer Natur. Jeder Praxisinhaber muss für seinen Arbeitsrahmen selbst bestimmen, ob und wie er digitalisieren möchte. Selbst derjenige, der keine Veränderungen vornehmen möchte, muss sich Gedanken machen, welche Auswirkungen diese Entscheidung unter Berücksichtigung seines regionalen Konkurrenz-Umfeldes haben könnte. Hierfür ist eine vorausschauende Grundhaltung notwendig, mit der versucht wird, perspektivisch die Folgen von Handlungen oder Entwicklungen in ihren Auswirkungen durch die Bildung von Annahmen, deren Verdichtung zu Hypothesen und die Ableitung von Szenarien zu antizipieren. Das Ziel ist, die Praxisarbeit nicht passiv an die jeweils herrschenden Gegebenheiten anpassen zu müssen, sondern aktiv und vorausschauend handeln zu können.

Es geht auch ohne Strategie, aber…

…in diesem Fall muss man als Praxisinhaber auf mehr als ein Drittel Praxisgewinn verzichten. Dieses Durchschnitts-Resultat ergibt sich bereits ohne Berücksichtigung von Digitalisierung-Effekten im „Normal-Betrieb“, wenn man die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse vergleichbarer Praxisbetriebe einander gegenüberstellt, die über eine Praxis-Strategie verfügen und sie verfolgen bzw. nicht.

Die Gründe

Praxisinhabern, die für ihre Arbeit keinen Orientierungsrahmen entwickeln,

  • fehlt es an einer optimierten Leistungsstruktur und -tiefe,
  • die Ressourcen werden falsch dimensioniert und inadäquat eingesetzt,
  • ein Monitoring und Controlling von In- und Output ist nicht möglich,
  • Erfolgsfaktoren sind deshalb nicht identifizierbar und Defizite können nicht konsequent beseitigt werden.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

Bildnachweis

©IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES


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