Digitalisierung der Arztpraxis: Warum der in Pilotprojekten gemessene zeitliche Zusatzaufwand redundant ist

Worum es geht

Die Resultate aus Digitalisierung-Pilotprojekten zeigen häufig einen durch die Technik-Anwendung verursachten Arbeits-Mehraufwand. Doch derartige Momentaufnahmen sind kein Kriterium für den tatsächlichen Nutzen von Digital-Lösungen.

Der Fokus liegt auf dem zeitlichen Mehraufwand

Inzwischen liegen Ergebnisse aus verschiedenen Pilot-Untersuchungen zu Transformation-Projekten vor, die einen zusätzlichen Zeitaufwand zeigen, der z. B. beim Einlesen von Versicherten-Karten oder in Erklärungs-Gespräche, mit den Patienten entsteht. Dieser Blick repräsentiert ein generelles Problem, das die Entwicklung der Digitalisierung im Gesundheitssystem allgemein und speziell in Arztpraxen behindert: der starke Gegenwartsbezug von Bewertungen und Schlussfolgerungen.

Innovationen können nur in der Bilanzierung bewertet werden

Die Transformation der Arbeit in Arztpraxen ist eine Innovation und erzeugt zu Beginn – wie jede elementare Neuerung – stets Mehraufwand und -kosten, die jedoch nicht punktuell, sondern längerfristig in einer Bilanzierung betrachtet werden müssen. Das beste Beispiel liefert das digitale Dokumenten-Management: soweit Unterlagen nicht in digitaler Form vorliegen, müssen sie zunächst gescannt werden. Die hierdurch entstehenden Zusatzaktivitäten und ihr Zeitbedarf werden jedoch durch die bessere Verfügbarkeit, schnellere Such- und Zugriffszeiten sowie den Wegfall der Rücksortierung bei weitem überkompensiert.

Praxen mit einem Best Practice-Praxismanagement haben keine Probleme

Und noch ein weiterer Aspekt wird in diesem Zusammenhang durch die Ergebnisse der Pilot-Projekte deutlich: Arztpraxen, die über ein reibungslos funktionierendes Praxismanagement verfügen, haben kaum Probleme, neuartige Arbeiten in ihr Tätigkeits-Portfolio aufzunehmen. Sie verfügen aufgrund einer meist sehr weit fortgeschrittenen Automatisierung von Standard-Prozessen über eine genügend große Flexibilität zur Pufferung der initialen Zusatz-Anforderungen, um später umso mehr von den Vorteilen zu profitieren.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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