Digitalisierung der Kommunikation zwischen Fach- und Hausärzten: Schnelligkeit ist nicht alles

Worum es geht

Bei der Auflistung der Vorteile, die Digital-Lösungen für die Zusammenarbeit von ambulanten Spezialisten mit ihren Zuweisern bieten, stehen technische Vorteile im Vordergrund, die sich vor allem in der Schnelligkeit des Datenaustausches und der Kommunikation niederschlagen. Das klingt oberflächlich betrachtet vielversprechend und überzeugend, doch eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema kommt zu einem anderen Resultat.

Übertragungs-Geschwindigkeit ungleich Bereitstellungstempo

Nimmt man das Beispiel der Übermittlung von Patientenbefunden an Hausärzte, so ist mit Schnelligkeit zunächst nur die Geschwindigkeit der Übertragung gemeint, nicht jedoch die Zeitspanne, die von der Zusammenstellung bis zum Versand vergeht, d. h. die Bereitstellungs-Geschwindigkeit. Schon heute versenden Fachärzte Arztbriefe elektronisch, eine Interaktions-Form, die niedergelassene Ärzte sehr schätzen. Doch die Zeit, die vergeht, bis eine entsprechende Mail-Nachricht eintrifft, ist in Zufriedenheits-Befragungen nach wie vor ein Ärgernis.

Schnell zu unbrauchbaren Angaben

Aber selbst im Fall einer schnellen, d. h. zeitnahen Bereitstellung ist vielen Hausärzten kaum geholfen, da die Inhalte der Informationen nicht ihren Anforderungen entsprechen. Hieraus ergeben sich häufig Rückfragen, die aber aufgrund fehlender oder schwer erreichbarer Ansprechpartner nur mit zeitlicher Verzögerung klärbar sind. So führt die Digitalisierung – wie es ein Hausarzt in einer Gruppendiskussion überspitzt formulierte –  lediglich dazu, das Faxpapier eingespart wird, die wirklichen Probleme würden nicht gelöst.

Analog vor digital

Damit die digitale Kommunikation funktionieren kann, muss zunächst die analoge entsprechende inhaltliche Voraussetzungen schaffen. Immer noch ist eine viel zu geringe Abstimmung zwischen Fach- und Hausärzten zu beklagen, welche Informationen in welcher Form tatsächlich benötigt werden. Ein einfacher Abstimmungsprozess, in dem Mindest-Standards verabredet werden, würde ausreichen, aber niemand fühlt sich hierfür verantwortlich. Dabei spart der einmalige zeitliche Zusatz-Aufwand, den konkreten Bedarf der zuweisenden Ärzte zu ermitteln, ein Vielfaches an Zeit ein, die durch die Beantwortung von Nachfragen und die Beschaffung ergänzend benötigter Informationen entsteht.

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©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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