Marketing für Apps auf Rezept: Die Vorwürfe gegen VIVY und ADA HEALTH wirken auf Ärzte wie Rote-Hand-Briefe für Medikamente

Worum es geht

Nach der E-Akte VIVY kämpft auch der Betreiber von ADA HEALTH gegen Vorwürfe der Vernachlässigung des Datenschutzes. Die hiervon ausgehenden negativen Effekte auf die Einstellung von Haus- und Fachärzte gehen jedoch weit über diese beiden Fälle hinaus.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

Anbieter, die planen, ihre Apps zur Verordnungsfähigkeit zu entwickeln und bei niedergelassenen Ärzten zu etablieren, kennen die Probleme des Markt- und Praxiszugangs nur zu gut. Auf dem Weg von der Identifizierung möglicher Interessenten bis zur Überzeugung der Mediziner, die Gesundheitsanwendungen ihren Patienten auch tatsächlich zu empfehlen bzw. zu verschreiben, ist eine Vielzahl von Hürden und Widerständen zu überwinden. Diese Herausforderung ist durch die aktuellen Negativ-Schlagzeilen nicht einfacher geworden, im Gegenteil: für Praxisinhaber entspricht die Bedeutung der Vorfälle – wie unsere Marktforschung-Untersuchungen zeigen – der Relevanz, die Medikamenten-Warnungen in Form Roter-Hand-Briefe haben. Das führt zu noch mehr Skepsis, Zurückhaltung und Vorsicht, die Abkehr des Krankenkassen-Kooperationspartners unterstreicht für viele Ärzte die Kurzlebigkeit und eine mangelnde Solidität von Digital-Lösungen.

Kein Vertriebserfolg ohne Connected-Value-Ansatz

Das Marketing der meisten Anbieter ist hierauf nicht eingerichtet, konsequent halten die Akteure an der Kommunikation ihrer Vorteils-Beschreibungen fest. Doch die dringen aufgrund vorgelagerter Einstellungs-Barrieren gar nicht bis zum potenziellen Anwender vor. Substanzielle Vertriebs-Erfolge sind nur erzielbar, wenn man – wie eine inzwischen schon fast historische, aber dennoch hochaktuelle Verkaufs-Regel besagt – „im Kopf des Kunden denkt“ und mit personabasierten Connected-Value-Ansätzen arbeitet.