Looking ahead: Wie Haus- und Fachärzte strategisch aktiv werden können

Worum es geht

Nur wenige niedergelassene Ärzte sind mit der Entwicklung von Strategien für ihre Praxisbetriebe vertraut. Dabei reichen hierfür einfache Fragen und ihre Beantwortung aus.

Zwei Interpretations-Welten

Die Interpretationen des Begriffs „strategisches Denken“ liegen bei niedergelassenen Ärzten weit auseinander: für die einen ist es ein Kaffeesatz-basiertes Stochern im Nebel, für andere eine Kunst, die nur wenige beherrschen.

Förderung proaktiven Handelns

Doch beide Auslegungsarten beschreiben das Wesen und vor allem die Umsetzung nur unzureichend. Strategisches Denken bezeichnet eine vorausschauende Grundhaltung. Hierbei wird versucht, perspektivisch die Folgen von Handlungen oder Entwicklungen in ihren Auswirkungen durch die Bildung von Annahmen, deren Verdichtung zu Hypothesen und die Ableitung von Szenarien zu antizipieren. Das Ziel ist, die Praxisarbeit nicht passiv an die jeweils herrschenden Gegebenheiten anpassen zu müssen, sondern aktiv und vorausschauend handeln zu können.

Einfache Fragen führen zum Erfolg

Strategisches Denken ist in der Umsetzung pragmatisch am Tagesgeschäft orientiert und sucht nach Antworten auf Fragen wie z. B:

  • Was bedeutet die unveränderte Fortführung erkannter Schwächen der Praxisleistung?
  • Welchen Einfluß hat die gegenwärtige Online-Reputation auf den zukünftigen Praxiserfolg und wie müsste / sollte sie entwickelt werden?
  • Gibt es bislang wenig berücksichtigte Zielgruppen, die für aber für das Leistungsspektrum wichtiger werden können?
  • Sind Veränderungen im Praxisumgeld zu erwarten, die die Arbeit beeinflussen werden?

Strategie-Hilfe SWOT

Ein zur Identifizierung der für eine Praxis relevanten Fragen einfach einzusetzendes, aber bislang von wenigen Praxisinhabern verwendetes Instrument ist die SWOT-Analyse:

  • „S“ steht dabei für „Strengths“,
  • „W“ für „Weaknesses“,
  • hinzu kommt eine Erweiterung um eine perspektivische Beurteilung der Chancen eines Unternehmens („O“ steht für „Opportunities“)
  • sowie seiner potentiellen Bedrohungen („T“ steht für „Threats“).

Die Angaben über Stärken und Schwächen sind auf die Gegenwart und auf alle durch ein Praxisteam veränderbaren Dinge bezogen, die Annahmen über Chancen und Bedrohungen sind auf die Zukunft und die Punkte, die außerhalb der direkten Einflussmöglichkeit liegen, gerichtet. Die SWOT-Analyse ist deshalb so beliebt, weil sie nicht nur durch die Form eines Aufschreibe-Verfahrens sehr leicht anzuwenden ist – man notiert die auf die eigene Praxis zutreffenden Aspekte einfach -, sondern vor allem, weil sie demjenigen, der sie für sein Praxisunternehmen anwendet, ins Nachdenken bringt. Ziel der SWOT-Analyse ist, dass die Praxisarbeit einmal in ihrer Gesamtheit und aus einer Distanz betrachtet wird.

Weiterführende Informationen und eine Hilfestellung zur Umsetzung dieser Analyseform finden sich hier.

Zur Serie „Looking ahead“

Ob Unternehmer, Selbständiger oder Angestellter: alle Akteure des Gesundheitswesens sind gegenwärtig gezwungen, auf die neuen An- und Herausforderungen ihrer Tätigkeitsbereiche zu reagieren. Doch mittelfristig ist es notwendig, wieder zu einer perspektivischen Orientierung zu gelangen, die es ermöglicht, vom Reaktions- zurück in einen Aktionsmodus zu gelangen. Hierfür stellen Blog-Beiträge unter dem Titel „Looking ahead“ Anwendungsanleitungen zur Verfügung, die helfen sollen, für den eigenen Arbeitsrahmen geeignete Methoden, Instrumente und Best Practices auszuwählen und erfolgreich umzusetzen.