Systemkrankheit Praxismanagement-Insuffizienz: Ärzte kümmern sich zu wenig um die Organisation

Worum es geht

Die Leistungsqualität einer Arztpraxis wird maßgeblich durch die Güte der Praxisorganisation bestimmt. Ihre Justierung beeinflusst alle Arbeitsbereiche und Erfolgs- bzw. Zustandsgrößen wie z. B. Produktivität, Patientenzufriedenheit, Stressbelastung oder wirtschaftlichen Erfolg. Nach medizinischer Versorgung und Betreuungsqualität ist die Praxisorganisation für Patienten das drittwichtigste Kriterium bei der Beurteilung von Arztpraxen und damit ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Doch viele Ärzte kümmern sich leider zu wenig um die Organisationsqualität.

Ein Beispiel

Bislang hat nur ein Drittel der Praxisinhaber eine Organisationsanalyse durchgeführt, um die Funktionalität, Patienten-Eignung und vor allem mögliche Rationalisierungs- und Veränderungsmöglichkeiten zu bestimmen. Vor allem Befürchtungen in Bezug auf einen zu großen Zeitaufwand und vermutete hohe Kosten halten sie ab. Das Resultat ist eine Vielzahl von Defiziten, die den Arbeitsalltag negativ prägen. Im Mittel lassen sich in einer Arztpraxis achtzehn Ansätze für organisatorische Verbesserungen finden. Zu den häufigsten zählen folgende Punkte:

  • Fehlende Pufferzeiten
  • „Einschieben“ von Patienten ohne Termin
  • Unsystematische Mischung von Kurz- und Lang-Terminen
  • Unzureichende Aufgabenzuordnung, geringe interne Kommunikation
  • Unpünktlichkeit des Arztes
  • Geringe Abstimmung des ärztlichen Zeitmanagements mit den Praxisabläufen
  • Arzt-Patienten-Kontakte am Empfang, auf dem Gang und im Wartezimmer
  • Zu geringe Informations- und Delegations-Intensität
  • Häufige Störungen des Arzt-Patienten-Gesprächs.

Dieser Beitrag stammt aus dem Werk: “100 Best Practice-Tipps für eine noch bessere Praxisorganisation