Worum es geht
Eine symptomatische Therapie konzentriert sich darauf, die Erscheinung einer Erkrankung zu lindern, ohne jedoch die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Auf das Praxismanagement übertragen ist der Ansatz, No-Shows von Patienten mit der Ausstellung von Rechnungen für die Ausfallzeit als Abschreckung zu begegnen, ein solcher symptomatischer Therapie-Versuch.
Ran an die Ursache
Das Problem: durch die ausschließliche Fokussierung auf die Anzeichen besteht die Situation fort und kann sich sogar verschlimmern. Nur eine Behandlung der zugrunde liegenden Ursache ist nachhaltig erfolgreich. Praxismanagement-Betriebsvergleiche zeigen, dass die No-Show-Rate in denjenigen Praxisbetrieben am größten ist, die den Patienten kein gutes Terminmanagement bieten und in denen Praxisbesucher mit überlangen Wartezeiten bis zum Arzt-Kontakt und auf Termine, aber auch mit organisatorischen Unzulänglichkeiten konfrontiert sind. Dabei ist es unerheblich, ob Termine persönlich, telefonisch oder online vereinbart werden.
Praxisinhaber sind gefragt
Eine symptomatische Therapie in Form von Rechnungen vermittelt zwar den Eindruck, dass die „Krankheit“ unter Kontrolle ist, während sie tatsächlich fortschreitet und irreparable Schäden verursacht. Der Grund: eine reibungslos funktionierende Organisation ist für Patienten inzwischen ein zentrales Qualitäts-Kriterium zur Bewertung von Haus- und Facharztpraxen. Bislang überprüfen aber gerade einmal 30% der Praxisinhaber ihre Strukturen und Prozesse regelmäßig auf Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten. Der größte Teil der Praxis-Teams arbeitet hingegen mit den Regelungen, die in der Vergangenheit bei Gründung, Übernahme oder Kooperation etabliert und lediglich graduell durch kleinere Korrekturen angepasst wurden. Hier liegt der eigentliche Ansatzpunkt für die Reduktion der No-Show-Quote.