Worum es geht
Niedergelassene Ärzte erwarten von digitalen Lösungen eine reibungslose Funktionalität. Doch in der eigenen Praxisgestaltung vernachlässigen die meisten, wie die Ergebnisse aus Praxismanagement-Betriebsvergleichen zeigen, grundlegende Regeln dieses Zustandes, den sie bei externen Lösungen so vehement einfordern.
Die Realität des Praxismanagements
Bei der Gestaltung des Managements in Haus- und Facharztpraxen wird im Durchschnitt lediglich die Hälfte des Best Practice-Standards eingesetzt. Diese validierte Leitlinie beschreibt alle Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen, die in den Aktionsbereichen der Praxisführung, von der Planung über Marktforschung, Organisation, Führung, Patientenbetreuung und Marketing bis zum Controlling, für eine auch unter wechselnden Anforderungen reibungslos funktionierende Arbeit unerlässlich sind. Diese Vernachlässigung hat weitreichende Konsequenzen:
- ohne eine klare Struktur und geregelte Prozesse kommt es zu Reibungsverlusten und ineffizientem Arbeiten,
- unklare Zuständigkeiten und fehlende standardisierte Abläufe führen zu Überlastung und Unzufriedenheit im Team,
- eine schlecht organisierte Praxis wirkt sich negativ auf die Patientenerfahrung aus, was wiederum die Patientenbindung beeinträchtigt,
- die genannten Effekte mit ihren vielfältigen Mikro-Auswirkungen führen zu einer deutlich eingeschränkten Leistungsfähigkeit und einem Praxisergebnis, das weit unter den Möglichkeiten liegt.
Digitale Lösungen in einem dysfunktionalen System
Digitale Lösungen sind darauf ausgelegt, bestehende Prozesse zu optimieren und zu unterstützen. Wenn jedoch die grundlegenden Strukturen und Prozesse in einer Praxis nicht funktionieren, können auch die besten digitalen Werkzeuge ihren Nutzen nicht entfalten. Teilweise verschlechtert ihr Einsatz sogar die Praxis-Performance. Der Sachverhalt verdeutlich, dass eine Digitalisierung der Arbeit in Arztpraxen grundsätzlich eine Optimierung des Praxismanagements voraussetzt. Praxisinhaber müssen erkennen, dass die Forderung nach reibungsloser Funktionalität bei digitalen Lösungen auch für ihre eigene Praxisgestaltung gilt. Nur durch die konsequente Umsetzung des Best Practice-Standards können digitale Werkzeuge ihr volles Potenzial entfalten und zu einer echten Verbesserung der Effizienz und Patientenzufriedenheit führen.

Weiterführende Literatur
- Thill, K.-D. (2024): Benchmarking des Praxismanagements für Haus- und Fachärzte – Methode, Anwendung und Nutzen, Neobooks, Berlin
- Bauer, J. (2021). Digitalisierung in der Arztpraxis: Herausforderungen und Lösungsansätze. Springer Verlag.
- Schmitt, K. (2020). Das Funktionalitätsparadoxon: Warum Ärzte bei der Digitalisierung scheitern. Zeitschrift für Praxismanagement, 12(4), 23-28.
- Müller, A. & Schneider, M. (2019). Best Practices im Praxismanagement: Ein Leitfaden für Ärzte. Thieme Verlag.
- Krämer, B. (2022). Digitale Transformation in der Medizin: Chancen und Risiken. Elsevier Verlag.
- Schäfer, T. (2021). Praxismanagement 4.0: Wie Ärzte die Digitalisierung meistern. Springer Verlag.
- Hartmann, R. (2020). Effizienz durch Digitalisierung: Optimierung von Praxisabläufen. Zeitschrift für Praxismanagement, 11(2), 14-19.
- Weiß, C. & Müller, J. (2022). Patientenzufriedenheit in der digitalisierten Praxis. Thieme Verlag.
- Roth, S. (2021). Mitarbeiterführung in der digitalen Arztpraxis. Springer Verlag.
- Krause, D. (2020). Praxismarketing im digitalen Zeitalter. Zeitschrift für Praxismanagement, 12(1), 8-13.
- Schulz, P. (2022). Controlling in der digitalisierten Arztpraxis. Elsevier Verlag.
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