Wenn bessere Kommunikation als organisatorische Lösung erscheint

Warum eine naheliegende Erklärung noch nichts über die organisatorische Referenzposition sagt

Wenn Abstimmungen im Praxisalltag wiederholt zusätzlichen Aufwand verursachen, Informationen nicht vollständig weitergegeben werden oder Rückfragen zwischen Ärzten und medizinischen Fachangestellten zunehmen, wird häufig die Kommunikation als entscheidender Ansatzpunkt gesehen. Mitarbeitende müssten sich besser abstimmen, Informationen eindeutiger weitergeben oder Absprachen konsequenter einhalten.

Diese Einschätzung kann durchaus zutreffen. Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil funktionierender Praxisabläufe.

Sie beantwortet jedoch noch nicht die Frage, wie die organisatorischen Voraussetzungen einzuschätzen sind, innerhalb derer diese Kommunikation stattfindet.

Kommunikation findet nicht unabhängig von Organisation statt

Ob Informationen zuverlässig weitergegeben werden, hängt nicht allein davon ab, wie aufmerksam oder sorgfältig einzelne Beteiligte kommunizieren. Auch organisatorische Regelungen spielen eine Rolle: Zuständigkeiten müssen erkennbar sein, Informationswege funktionieren, Übergaben nachvollziehbar erfolgen und wiederkehrende Vorgänge so geregelt sein, dass nicht bei jedem Einzelfall neu entschieden werden muss.

Das bedeutet nicht, dass wahrgenommene Kommunikationsprobleme grundsätzlich organisatorische Ursachen haben. Ebenso wenig lässt sich aus einzelnen Abstimmungsschwierigkeiten ableiten, dass die Praxis ungünstig organisiert ist.

Es zeigt lediglich, dass die Feststellung eines Kommunikationsbedarfs und die Einordnung der organisatorischen Voraussetzungen zwei unterschiedliche Informationsebenen darstellen.

Der zusätzliche Blick auf Referenzen

Ein Organisations-Referenzvergleich (ORV) untersucht nicht, warum eine konkrete Abstimmung misslungen ist oder weshalb Informationen in einer bestimmten Situation nicht vollständig weitergegeben wurden.

Er beantwortet eine andere Frage.

Ausgewählte organisatorische Merkmale werden einem Best-Practice-Bezugsrahmen gegenübergestellt. Dieser umfasst organisatorische Verhaltensweisen, Instrumente und Routinen, die sich für eine verlässliche und möglichst reibungsarme Gestaltung des Praxisbetriebs als zweckmäßig erwiesen haben.

Damit entsteht ein fachlicher Bezugspunkt dafür, in welchem Umfang entsprechende organisatorische Voraussetzungen in der eigenen Praxis umgesetzt sind.

Die Fachgruppenreferenz ergänzt diese Einordnung um eine zweite Perspektive: Sie zeigt, wie die Praxis gegenüber vergleichbaren Praxen desselben fachlichen Umfelds positioniert ist.

Gerade die Verbindung beider Referenzen ist wichtig. Eine bestimmte Form der Abstimmung kann innerhalb einer Fachgruppe verbreitet sein, ohne deshalb bereits dem Best-Practice-Bezugsrahmen zu entsprechen. Umgekehrt kann eine Praxis organisatorische Voraussetzungen deutlich vollständiger umgesetzt haben als der Durchschnitt ihrer Fachgruppe.

Nicht Personen bewerten, sondern eine Position kennen

Der ORV bewertet weder die Kommunikationsfähigkeit einzelner Mitarbeitender noch das Verhalten des Teams. Er stellt auch keine Diagnose über die Ursachen wahrgenommener Abstimmungsprobleme und gibt keine Empfehlung, wie Kommunikation verändert werden sollte.

Er liefert Referenzinformationen über die organisatorische Position der Praxis.

Damit ergänzt er eine im Praxisalltag naheliegende Beobachtung um eine Information, die daraus allein nicht gewonnen werden kann:

Die Feststellung, dass Kommunikation verbessert werden könnte, und die Kenntnis darüber, wie die organisatorischen Voraussetzungen gegenüber Best Practice und Fachgruppe ausgeprägt sind, beantworten unterschiedliche Fragen.

Welche Bedeutung die Referenzposition für die konkrete Praxis besitzt, beurteilt die Praxisleitung selbst.

Für Praxisinhaber und andere Interessierte steht eine ausführliche Arztinformation zum Organisations-Referenzvergleich zur Verfügung. Sie erläutert das Referenzprinzip, die beiden Bezugsebenen und die Grenzen der Aussagekraft des Verfahrens.

Transparenz

Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Konzepts „Der zweite Denkraum“ unter Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz entwickelt. KI dient dabei der Exploration von Fragestellungen, der Erweiterung von Perspektiven, der Generierung von Text und alternativer Formulierungen, der Mustererkennung sowie der intellektuellen Auseinandersetzung mit Ideen und Annahmen.

Der Beitrag wurde vom Autor inhaltlich geprüft, redaktionell bearbeitet und freigegeben. Sämtliche redaktionellen Entscheidungen, Bewertungen, Interpretationen und Schlussfolgerungen liegen ausschließlich in seiner Verantwortung.

Kurze Zusammenfassung

Abstimmungsprobleme werden im Praxisalltag häufig mit verbesserungsbedürftiger Kommunikation erklärt. Der ORV ergänzt diese Wahrnehmung um eine andere Information: wie organisatorische Voraussetzungen gegenüber Best Practice und der eigenen Fachgruppe positioniert sind – ohne Personen, Ursachen oder Handlungsbedarf zu bewerten.

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