Patientenzufriedenheit in der Facharztpraxis: Was gute Gesamtbewertungen übersehen lassen

Eine dermatologische Gemeinschaftspraxis plant, ihr Sprechstundenangebot zu erweitern. Die bisherigen Abläufe funktionieren zuverlässig, Patientenbeschwerden sind selten und die Zusammenarbeit im Team ist eingespielt. Vor der geplanten Veränderung möchten die Praxisinhaber jedoch genauer wissen, wie ihre Praxisführung im Vergleich zu anderen dermatologischen Praxen einzuordnen ist und wie Patienten einzelne organisatorische Leistungen beurteilen.

Sie entscheiden sich deshalb für eine erweiterte Praxismanagementuntersuchung mit dem Organisations-Referenzvergleich Profil (ORV Profil). Das folgende Fallbeispiel zeigt, weshalb solche Informationen auch für gut funktionierende Praxen relevant sein können.

Was die Patientenanalyse sichtbar macht

Die Untersuchung bestätigt zunächst den positiven Gesamteindruck. Die Patienten beurteilen die Praxis überwiegend günstig und zeigen eine hohe Weiterempfehlungsbereitschaft. Auch die Bewertungen wesentlicher organisatorischer Leistungen fallen positiv aus.

Eine zusätzliche Auswertung des Verhältnisses von Warte- und ärztlicher Gesprächszeit ergibt jedoch ein differenzierteres Bild: Patienten empfinden die Wartezeit im Verhältnis zur anschließenden Gesprächsdauer als weniger angemessen. Auch gegenüber den Bewertungen aus anderen dermatologischen Praxen fällt diese Einschätzung ungünstiger aus.

Diese spezielle Betrachtung gehört zu den erweiterten Patientenanalysen des ORV Profil. Sie ergänzt die grundlegende organisatorische Referenzeinordnung um Informationen darüber, wie Patienten das zeitliche Verhältnis einzelner Bestandteile ihres Praxisbesuchs wahrnehmen.

Was der Befund für die geplante Erweiterung bedeutet

Für die Praxisinhaber erhält die Untersuchung damit eine unmittelbare Entscheidungsrelevanz. Sie hatten bislang angenommen, dass die insgesamt hohe Patientenzufriedenheit auch für die zeitliche Gestaltung der Sprechstunde spricht. Nun wissen sie, dass zumindest ein Teil der Patienten diesen Aspekt kritischer beurteilt.

Bevor zusätzliche Termine eingeplant werden, können sie deshalb gezielt untersuchen, bei welchen Terminarten längere Wartezeiten entstehen, wie sich diese zur anschließenden Behandlungsdauer verhalten und welche Erwartungen Patienten an den zeitlichen Ablauf ihres Besuchs haben.

Der ORV Profil beantwortet diese Detailfragen nicht selbst. Er zeigt aber, weshalb ihre Überprüfung bei der anstehenden Entscheidung sinnvoll sein kann.

Dabei bleibt eine wichtige Einschränkung: Eine kritisch bewertete Relation zwischen Warte- und Gesprächszeit bedeutet weder, dass die Wartezeit objektiv zu lang ist, noch dass die ärztliche Gesprächsdauer medizinisch unangemessen wäre. Der Befund beschreibt zunächst die Patientenwahrnehmung. Die möglichen Ursachen müssen gesondert betrachtet werden.

Welche Erkenntnis andere Praxisinhaber gewinnen können

Das Fallbeispiel verdeutlicht, weshalb die allgemeine Zufriedenheit mit einer Praxis allein keine ausreichende Grundlage für die Beurteilung sämtlicher Managementleistungen darstellt. Gerade vor organisatorischen Veränderungen können differenzierte Patientenbewertungen zusätzliche Fragen aufwerfen, die im bisherigen Praxisalltag keine besondere Aufmerksamkeit erhalten haben.

Für Haus- und Fachärzte ergibt sich daraus ein konkreter Prüfgedanke: Welche organisatorischen Erfahrungen unserer Patienten sollten wir genauer kennen, bevor wir bestehende Abläufe verändern oder unser Leistungsangebot erweitern?

Eine solche Betrachtung kann geplante Entscheidungen präzisieren, ohne dass zuvor erkennbare Organisationsprobleme bestehen müssen.

Weiterführende Informationen

Der ORV Profil von IFABS verbindet Fachgruppen- und Best-Practice-Vergleiche mit erweiterten Analysen des Führungs-, Team- und Patientenmanagements. Die Ergebnisse werden in einem ausführlichen Bericht mit ergänzender Expertise zusammengeführt.

Informationen zum Untersuchungsumfang, zur Durchführung und zur Bestellung sind im IFABS-Shop erhältlich.

Transparenz

Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Konzepts „Der zweite Denkraum“ unter Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz entwickelt. KI dient dabei der Exploration von Fragestellungen, der Erweiterung von Perspektiven, der Generierung von Text und alternativer Formulierungen, der Mustererkennung sowie der intellektuellen Auseinandersetzung mit Ideen und Annahmen.

Der Beitrag wurde vom Autor inhaltlich geprüft, redaktionell bearbeitet und freigegeben. Sämtliche redaktionellen Entscheidungen, Bewertungen, Interpretationen und Schlussfolgerungen liegen ausschließlich in seiner Verantwortung.

Zusammenfassung

Eine dermatologische Gemeinschaftspraxis plant die Erweiterung ihres Sprechstundenangebots. Obwohl die Patienten insgesamt zufrieden sind, zeigt eine differenzierte Managementanalyse eine kritischere Bewertung des Verhältnisses von Warte- und Gesprächszeiten. Das konstruierte Fallbeispiel verdeutlicht, wie ORV Profil zusätzliche Informationen für die Vorbereitung organisatorischer Entscheidungen liefert.