Digitalisierung der Arztpraxis: Warum das Zeitmangel-Argument nicht greift

Worum es geht

Auf die digitale Transformation der Arbeit in ihren Betrieben angesprochen verweisen niedergelassene Ärzte häufig auf einen Zeitmangel und begründen hiermit ihr Unvermögen, sich mit dem Thema konkret beschäftigen zu können. Aber trifft das wirklich zu?

Die Zeit war schon immer ein knappes Gut

Für diejenigen, die die Diskussionen um Veränderungen im Gesundheitswesen und speziell im ambulanten Sektor verfolgen, ist das Argument nicht unbekannt. Ob es um die Einführung des Qualitätsmanagements oder des Medikationsplans ging, ob Adhärenz oder professionelle Mitarbeiterführung das Thema waren, stets wurde knappe Zeit als Hinderungsgrund angeführt.

Zeitmangel ist Teil des Arbeitsalltages

Und tatsächlich verspüren Ärzte und Medizinische Fachangestellte täglich einen eklatanten Zeitmangel mit allen seinen negativen Folgen. Das Argument hätte damit also durchaus seine Berechtigung. Als Ursache werden vor allem zu viele Patienten und die Bürokratie angeführt. Und genau hier beginnt das eigentliche Problem, denn der Grund liegt nicht in Außen-Einflüssen, sondern in den internen Fehljustierungen des Praxismanagements.

Praxisteams sind weitgehend selbst für ihren Zeitdruck verantwortlich

Eine unter diesem Aspekt durchgeführte Meta-Analyse von Valetudo Check-up©-Untersuchungen zeigt, dass von denjenigen Praxisinhabern, die im Rahmen der SWOT-Analyse über Zeitmangel klagten und eine zu hohe Anzahl von Patienten hierfür verantwortlich machte, nur knapp 20% mit ihrer Annahme richtig lagen, in den übrigen Fällen wären die Betriebe nach Beseitigung der in den Analysen identifizierten Defizite bzw. nach Aktivierung der bislang ungenutzten Leistungsreserven in der Lage, das Aufkommen problemlos zu bewältigen.


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Die Digital-Diffusion benötigt ein optimiertes Praxismanagement

Wenn Ärzte der Digitalisierung das Zeitargument entgegen stellen, ist das nicht unbedingt vorgeschoben, sondern täglich erlebbar, aus objektiver Sicht aber nicht haltbar. Diese Konstellation macht deutlich, dass eine breit angelegte Transformation ohne eine zugehörige Sensibilisierung der Ärzteschaft für die Notwendigkeit eines optimierten Praxismanagements nicht möglich ist.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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