Lockerung des Fernbehandlungsverbotes: Die Entscheidung war unvermeidlich

Worum es geht

Eine überwältigende Mehrheit – so zitiert die Online-Ausgaben der Ärzte Zeitung vom 10.05.2018 BÄK-Präsident Montgomery – hat sich für die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes ausgesprochen. Was für Haus- und Fachärzte angesichts der weit verbreiteten Innovation-Skepsis einen großen Schritt bedeutet, besitzt jedoch für die Digitalisierung der medizinischen Versorgung insgesamt nur geringe Relevanz.

Den Jubel richtig interpretieren

Der Beschluss ist nichts Bahnbrechendes oder Öffnendes, sondern ein Minimal-Zugeständnis an die Transformation. Mit seiner Hilfe können Haus- und Fachärzte den Druck der digitalen Veränderung etwas abfedern und vermeiden, endgültig als „Verweigerer und Bremser der digitalen Entwicklung“ klassifiziert zu werden. An der zurückhaltenden Grundhaltung vieler Mediziner gegenüber transformierenden Innovationen und dem bislang nur gering fortgeschrittenen Entwicklungsstand verändert er jedoch nichts, die wirklichen Aufgaben wie Vernetzung, KI-Nutzung oder App-Standards stehen nach wie vor in der Warteschleife.

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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