Worum es geht
Wenn niedergelassene Ärzte sich gegen die Transformation aussprechen, ist häufig auch der Versuch einer Konkurrenzabwehr das Motiv.
Vorgeschobene Argumente
Betrachtet man die Diskussion zum Thema „Online-Videosprechstunde“ und speziell zur Lockerung des Fernbehandlungsverbotes, so fällt auf, dass auf der Seite der Gegner häufig Einwände verwendet werden, die mit der Sache selbst nur wenig zu tun haben („…Algorithmen dürfen nicht den Arzt ersetzen…“, „…totale Entpersonalisierung des Arzt-Patienten-Kontaktes…“, etc.). Hinterfragt man derartige Argumente, ergibt sich nicht selten eine ganz andere Perspektive: Praxisinhaber, die diese Sprechstundenform nicht einsetzen wollen, weil sie ihnen persönlich nicht liegt, möchten nicht, dass andere sie nutzen und so einen Wettbewerbs-Vorteil erzielen können.
Die Digitalisierung führt zu mehr Wettbewerb
Dieses Verhalten lenkt den Blick auf eine Facette der Digitalisierung, die gegenwärtig den wenigsten Ärzten bewusst ist: da die Art, Richtung und Intensität der Transformation individuelle strategische Entscheidungen jedes Arztes sind und eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung stehen, wird im Zeitablauf ganz automatisch eine intensive Konkurrenz entstehen. Manche Praxisbetriebe werden dabei von Effizienz-Vorteilen profitieren, andere durch einen vermehrten Patientenzulauf, dritte durch beides. Angetrieben wird das Ganze durch eine parallel fortschreitende Veränderung der Definition von Betreuungsqualität durch die Praxisbesucher, ein Aspekt, der auch allen Aktivitäten des Praxis-Marketings eine neue Bedeutung zukommen lässt.
Fazit
Insgesamt wird die Digitalisierung die Unterschiede zwischen vergleichbaren Betrieben, aber auch innerhalb der Ärzteschaft, dramatisch verändern.
©Klaus-Dieter Thill / IFABS
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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)
Bildnachweis
©IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES
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