Apps auf Rezept: Es geht auch ohne Verordnung

Worum es geht

Die Möglichkeit, zukünftig Apps verordnen zu können, bietet sowohl Ärzten als auch Patienten viele Vorteile. Doch es ist weder notwendig noch sinnvoll, die gesetzliche Regelung abzuwarten.

Patienten sind zahlungswillig

Unsere Marktforschungs-Untersuchungen bei Haus- und Fachärzten zeigen, dass Patienten zunehmend nach möglichen Apps fragen, die ihre Behandlung unterstützen können. Hier bietet das Vorhaben, Apps verschreibungsfähig zu machen, zukünftig sowohl für Ärzte als auch für Patienten eine passende Option. Doch bis zur Realisierung wird noch einige Zeit vergehen, die Nachfrage besteht aber akut und wachsend. In dieser Situation hilft Anbietern und Ärzten die Tatsache, dass die meisten Patienten durchaus bereit sind, für geeignete Apps und ihre Nutzung zu bezahlen. Die Empfehlung des Arztes ist für sie dabei ein „Gütesiegel“, das auch bei preissensiblen Patienten die Kosten relativiert.

Vorteilhaft auch für den Arzt

Der mit einer Empfehlung verbundene Aufwand ist für Ärzte – ander als bei zu verordnenden Apps – gering, es entstehen keine Kosten, dafür aber vielfältiger Nutzen für die Behandlungs-Unterstützung, Marketing, Image-Bildung und Patienten-Bindung. Es reicht bereits aus, wenn ein Praxisinhaber für seine drei wichtigsten Indikationen je eine App zur Empfehlung kennt. Der Einsatz kann zudem selektiv erfolgen, z. B. nur bei denjenigen Patienten, die aktiv nachfragen oder solchen, die er für eine App-Unterstützung als geeignet erachtet.

Anbieter sollten aktiv werden

Selbst nach Einführung der „Verordnungs-Apps“ wird ein großer Selbstzahler-Markt für Gesundheits-Anwendungen existieren. Deshalb lohnt es sich für Anbieter bereits heute, systematisch Haus- und Fachärzte sowie andere medizinische Berufe anzusprechen, denn die Schnelligkeit und die Breite der Marktdurchdringung entscheiden über den zukünftigen Erfolg.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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