Arbeitsqualität in Haus- und Facharztpraxen: Zertifizierungen besitzen keinen generellen Gütesiegel-Charakter

Worum es geht

Zertifizierungen dienen dazu, mit Hilfe regelmäßiger professioneller Untersuchungen die Praxisarbeit auf einen normierten Qualitäts-Standard zu bringen und diesen Patienten, aber auch anderen Kooperation-Partnern gegenüber sichtbar zu machen. Doch wie verlässlich sind die Qualitäts-Signale der Zertifikate?

Licht und Schatten

Vergleicht man den zu erwartenden Qualitäts-Standard zertifizierter Haus- und Facharztpraxen mit den Angaben in Arzt-Bewertungsportalen, ergibt sich einerseits ein sehr positives Bild, denn die Patientenurteile bescheinigen vielen Betrieben tatsächlich die erreichten Standards.

Ebenso häufig stößt man aber auch auf das Gegenteil und Zertifizierungs-konträre Bewertungen der Betreuung, Organisation und Information. Ein extremes Beispiel zeigen die Patienten-Kommentare zur Arbeit einer zertifizierten Augenarztpraxis:

  • Die Damen sind hochnäsig, arrogant und unfreundlich
  • Kleines, überfülltes Wartezimmer
  • Wartezeit: 3 Stunden
  • Katastrophal organisiert
  • Telefonisch nicht erreichbar, da aus Prinzip niemand ein Gespräch entgegennimmt
  • Bei Praxis-Schließung keine Information an die bestellten Patienten
  • Untersuchungen im Wartezimmer vor anderen Patienten
  • Fehlender Datenschutz an der Anmeldung

Zertifizierungen demonstrieren Engagement, garantieren aber keine Qualität

Unabhängig vom Zertifizierung-Prozess durchgeführte Praxisanalysen zeigen zudem, dass durch das Qualitätsmanagement einerseits eine Reihe ungenutzter Effizienz- und Produktivitäts-Reserven gar nicht aktiviert werden oder im Verlauf der zwei Jahre, die zwischen den Zertifizierungs-Zeitpunkten liegen, wieder verloren gehen. Insgesamt sprechen die genannten Sachverhalte nicht gegen Zertifizierungen, allerdings besitzen sie keinen uneingeschränkten Gütesiegel-Charakter. Unabdingbar sind zudem Interims-Funktionaliätsanalysen, um Abweichungen und Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Ein validiertes Instrument hierfür ist der Valetudo Check-up© „Praxismanagement“. Die gleichermaßen für Haus- und Fachärzte geeignete Untersuchung mit Best Practice- und Fachgruppen-Benchmarking ermittelt ohne die Notwendigkeit eines Vor-Ort-Beraters durchschnittlich knapp 40 Verbesserungsmöglichkeiten für die Praxisarbeit. Alle Informationen im Überblick…

Wie der Check-up funktioniert:

Was die Praxis-Expertise zeigt:

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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