Digitalisierung der Arztpraxis: Die Berichterstattung aus der Perspektive von Haus- und Fachärzten

Worum es geht

Die Resultate aus Gruppendiskussionen und Interviews mit Haus- und Fachärzten zum Thema „Digitalisierung“ zeigen u. a., dass viele Mediziner mit der Berichterstattung unzufrieden sind.

Diffuse Gemengelage

Der Grund: Fakten, Marketing-Argumente und Selbstinszenierungen sind für sie nur noch schwer voneinander zu unterscheiden. Den Ärzten ist dabei bewusst, dass die Digitalisierung neben ihrem medizinischen Nutzen vor allem auch ein innovativer Geschäftsbereich ist, von dem sich tausende von Unternehmen und Unternehmer substanzielle und langfristig wachsende Umsätze erwarten. Um dorthin zu gelangen, versuchen die Anbieter natürlich, ihre Angebote so attraktiv wie nur möglich zu positionieren. Doch die daraus resultierende Informationspolitik führt bei Praxisinhabern eher zu Ablehnung.

Nein danke: Werbung von Kollegen

Die meisten Ärzte suchen bei Interesse an einzelnen Lösungen nach konkreten Anwendung-Beispielen. Lächerlich bis absurd wirken auf sie dabei die häufig auf Websites verwendeten Testimonials anonymisierter Kollegen („Dr. K. aus M.“), ärgerlich sind die Tipps anderer Mediziner, bei denen sich bei genauerer Betrachtung zeigt, dass sie nur Werbung für eigene Entwicklungen oder Unternehmen machen. Kritisiert werden jedoch auch Berufs- und Fachverbände, deren informatives Engagement als zu gering und zu wenig Praxis-unterstützend angesehen wird.