Der Best-Practice-Referenzstandard für die Praxisorganisation

Grundlage und Nutzen für die organisatorische Einordnung

Praxisinhaber verfügen über ein ausgeprägtes Erfahrungswissen zur eigenen Organisation. Sie wissen, wie Termine gesteuert werden, welche Abläufe sich bewährt haben und an welchen Stellen im Alltag besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist. Dieses Wissen ist für die Führung einer Praxis unverzichtbar.

Was aus der täglichen Erfahrung allein jedoch nicht entstehen kann, ist eine externe Referenz. Die Frage, ob eine organisatorische Regelung in der eigenen Praxis funktioniert, lässt sich im Alltag meist gut beantworten. Eine andere Frage ist, wie die Praxis im Verhältnis zu übergeordneten Vergleichsmaßstäben einzuordnen ist. Genau dafür werden Referenzinformationen benötigt.

Was ein Best-Practice-Referenzstandard leistet

Ein Best-Practice-Referenzstandard beschreibt keine Musterpraxis und gibt auch nicht vor, wie eine Haus- oder Facharztpraxis organisiert sein muss. Dafür unterscheiden sich Praxen in Fachrichtung, Größe, Patientenstruktur, Leistungsangebot und personeller Ausstattung zu stark.

Seine Funktion ist eine andere. Er bildet jene organisatorischen Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen ab, die sich auf empirischer Grundlage als wesentlich für eine verlässlich funktionierende Praxisarbeit erwiesen haben. Grundlage hierfür sind Auswertungen aus mehreren tausend Arztpraxen. Damit entsteht ein Bezugspunkt, der über die einzelne Praxis hinausreicht.

Der Praxisinhaber erhält keine Empfehlung, sondern eine zusätzliche Information: in welchem Umfang die organisatorisch relevanten Merkmale des Referenzstandards in der eigenen Praxis umgesetzt werden. Eine Referenz ist keine Vorschrift. Sie macht den eigenen organisatorischen Status vergleichbar.

Zwei Bezugspunkte statt einer einzigen Kennzahl

Ein Organisations-Referenzvergleich (OVR) arbeitet deshalb mit zwei Referenzebenen: die erste ist der Best-Practice-Referenzstandard. Er zeigt, wie weit die organisatorisch relevanten Merkmale in der eigenen Praxis umgesetzt sind. Die zweite ist der durchschnittliche Umsetzungsgrad vergleichbarer Praxen derselben Fachgruppe.

Gerade diese Kombination ist aussagekräftig. Eine Praxis kann beispielsweise unterhalb des Best-Practice-Referenzstandards liegen und gleichzeitig mehr der relevanten Merkmale umsetzen als der Durchschnitt ihrer Fachgruppe. Ebenso ist die umgekehrte Konstellation möglich.

Damit entstehen zwei unterschiedliche Informationen: der Best-Practice-Referenzstandard stellt die übergeordnete Referenz dar. Der Fachgruppenvergleich zeigt, wie dieser Standard unter vergleichbaren fachlichen Bedingungen durchschnittlich umgesetzt wird.

Der Praxisinhaber sieht also nicht nur, wo seine Organisation im Verhältnis zur Referenz steht, sondern zugleich, wie sie im Umfeld vergleichbarer Praxen einzuordnen ist.

Was der Praxisinhaber erhält

Der OVR führt diese beiden Bezugsebenen mit drei Perspektiven auf die Praxis zusammen: der Einschätzung des Praxisinhabers, den Erfahrungen der Medizinischen Fachangestellten und der Wahrnehmung der Patienten. Diese Perspektiven werden nicht gegeneinander bewertet. Sie erweitern die Informationsgrundlage, weil dieselbe Praxis aus unterschiedlichen Positionen erlebt wird.

Das Ergebnis ist ein referenzbasierter Überblick über den gegenwärtigen organisatorischen Status der Praxis. Er zeigt, in welchem Umfang relevante organisatorische Merkmale umgesetzt werden und wie diese Werte im Verhältnis zum Best-Practice-Referenzstandard sowie zur eigenen Fachgruppe stehen.

Die Erhebung erfolgt ohne Vor-Ort-Termin mithilfe standardisierter Erhebungsunterlagen. Damit bleibt das Verfahren unabhängig von einer klassischen Beratungssituation und kann zu einem frei gewählten Zeitpunkt durchgeführt werden.

Referenzinformationen statt Empfehlungen

Der Organisations-Referenzvergleich (OVR) ist kein Beratungs- oder Empfehlungsverfahren. Er sagt dem Praxisinhaber nicht, wie er seine Praxis zu führen hat und welche organisatorischen Maßnahmen er umsetzen soll. Seine Aufgabe endet bewusst früher. Er stellt Referenzinformationen bereit.

Eine Abweichung vom Referenzstandard kann für die eigene Praxis bedeutsam sein. Sie kann ebenso aus einer bewussten organisatorischen Entscheidung resultieren. Welche Bedeutung eine solche Information im konkreten Fall hat, entscheidet allein der Praxisinhaber.

Damit folgt der OVR demselben Grundprinzip, das Ärzte aus der Medizin kennen: Eine Referenz erweitert die Informationsgrundlage, ohne die Entscheidung zu übernehmen. Der Praxisinhaber erhält also keinen Organisationsplan. Er erhält zusätzliche Bezugspunkte für seine eigene Einschätzung.

Referenzinformationen geben organisatorische Entscheidungen nicht vor. Sie machen den eigenen organisatorischen Status vergleichbar.

Transparenz

Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Konzepts „Der zweite Denkraum“ unter Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz entwickelt. KI dient dabei der Exploration von Fragestellungen, der Erweiterung von Perspektiven, der Generierung alternativer Formulierungen, der Mustererkennung sowie der intellektuellen Auseinandersetzung mit Ideen und Annahmen.

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