Digitalisierung der Arztpraxis: Wie sie konkret aussieht

Worum es geht

Gruppendiskussionen, Interviews und Befragungen zeigen, dass das Bild von Haus- und Fachärzten über die konkrete Umsetzung der Digitalisierung in Arztpraxen äußerst diffus und von Vorurteilen belastet ist. Dabei würde eine detaillierte Beschäftigung mit einzelnen Lösungen vieles (er)klären und Akzeptanz schaffen.

Digitalisierung ist eine individuelle Entscheidung

Die digitale Transformation der Arbeit in Praxisbetrieben ist für niedergelassene Ärzte gegenwärtig vor allem durch das Telematik-Projekt geprägt und wird als kollektiver Zwang empfunden. Den wenigsten Praxisinhabern ist bewusst, dass die hierdurch entstehende Vernetzung zwar digital angelegt ist, sich aber von der Digitalisierung als Zukunftsperspektive deutlich unterscheidet. Ihre Umsetzung ist eine medizinisch-unternehmerische Individual-Entscheidung, die in jedem Praxisbetrieb zu einer anderen Ausgestaltung führen wird.

Beispiel 1: Das M3DICINE’s Stethee Stethoskop

Die Praxisarbeit digital zu transformieren kann beispielsweise darin bestehen, intelligente medizinische Geräte einzusetzen. Ein Beispiel ist das M3DICINE Stethee-Stethoskop, dass die ermittelten Herz- und Lungen-Vitaldaten mit einer iOS- oder Android App erfasst und sofort analysiert. Über einen Bluetooth-Kopfhörer kann der Arzt die verstärkten Geräusche verfolgen, die App stellt alle Werte graphisch dar. Das Gerät ist zudem mit einem KI-System verbunden, das auf Wunsch bei der Diagnostik hilft. Alle Daten werden automatisch in die Praxis-Software übertragen und können zudem mit Kollegen ausgetauscht werden.


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Beispiel 2: Die Praxissoftware der Doctorly GmbH

Digitalisiertes Arbeiten ist aber auch eng mit einer hierfür geeigneten Praxis-Software verbunden. Das Startup-Unternehmen Doctorly GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, eine Art „volldigitalisiertes Schweizer-Messer“ zu entwickeln, das – ergänzt um eine Patienten-App – alle in Arztpraxen anfallenden Aufgaben erledigt. Auf diese Weise sollen nicht nur die administrative Aufgaben in Arztpraxen um bis zu 50% gesenkt, sondern auch den Umsatz bis zu 30% gesteigert werden. Systeme mit ähnlichem Ansatz existieren zwar bereits, das Konzept von Doctorly unterscheidet sich hiervon jedoch – soweit Details bekannt sind – vor allem durch die „Radikalität“ der Digitalisierung.

Individuelle Entscheidungen erzeugen Unsicherheit

Die Entscheidung, welche Geräte eingesetzt werden oder welche Software zum Einsatz kommen, muss jeder Arzt eigeninitiativ für die Gegebenheiten seinen Praxisbetriebes treffen. Damit betreten Ärzte jedoch Neuland, denn bislang sind sie es gewöhnt, nach Standards und Vorgaben zu handeln.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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©IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES


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