Digitalisierung der Patientenbetreuung: Exploration erkundet die UX ärztlich empfohlener Gesundheits-Apps

Worum es geht

Ob Gesundheits-Apps, die Ärzte ihren Patienten empfehlen, tatsächlich die Behandlung unterstützen, hängt maßgeblich von der User Experience (UX) ab, d. h. von den positiven oder negativen Erfahrungen, die die Patienten bei der Nutzung der Anwendungen haben. Die ersten Resultate einer aktuell begonnenen Exploration zeigen Verbesserungsbedarf.

Die UX bestimmt den Erfolg empfohlener Apps

Haus- und Fachärzte stehen einer wachsenden Anzahl von Patienten gegenüber, die nach Empfehlungen für Gesundheits-Apps fragen, aber auch immer mehr Mediziner empfehlen diese Anwendungen, um ihre Behandlungs-Konzepte zu unterstützen. In welchem Umfang das gelingt, hängt vor allem von der UX ab, gerade bei chronischen Erkrankungen, denn die Apps müssen – neben kontinuierlichen Anstößen der Ärzte – auch aus sich selbst heraus eine dauerhafte Nutzer- und Nutzungsmotivation bieten.

Ärzte müssen wissen, wie zufrieden Patienten mit Apps sind

Wie ausgeprägt die UX ist, lässt sich für Ärzte nur schwer bestimmen, ihr Augenmerk liegt in der Hauptsache auf den medizinischen Inhalten und der Kompatiblität zu ihren Behandlungskonzepten. Die UX ist jedoch von einer Reihe weiterer Aspekte wie ästhetischer Anmutung, Benutzerfreundlichkeit oder Performance abhängig, die darüber entscheiden, ob eine App zum „ständigen Begleiter“ wird. Deshalb ist es für Ärzte wichtig, auch über diesen Parameter Informationen zu haben, um gezielt empfehlen zu können.

Eine Exploration zum Thema

Unsere aktuelle Exploration geht der Frage nach, wie zufrieden Patienten mit den ihnen von Ärzten empfohlenen Apps sind. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass der UX-Score, gemessen aus dem Verhältnis von Zufriedenheit und Anforderungen, bewertet für die für Patienten relevanten Beurteilungs-Merkmale, im Durchschnitt bei 46% (Optimum: 100%) liegt und damit deutlich eingeschränkt ist, viele Apps sind damit in mehreren Aspekten verbesserungsbedürftig.

Gleichzeitig werden die Praxisinhaber gebeten, die UX-Bewertungen ihrer Patienten einzuschätzen. Hierbei zeigt sich eine deutliche Tendenz zur Überschätzung, im Mittel wird ein UX-Score von 78% angenommen.

Pharma-Apps teilweise lange ohne Update

Zur Gruppe der untersuchten Apps gehören auch Apps, die von pharmazeutischen Unternehmen angeboten werden. Die Bewertung der Anwendungen zeigt keinen Unterschied zu Apps aus anderen Anbieter-Quellen. Auffällig war jedoch bei den Recherchen im Umfeld der Apps, das die Update-Zeitpunkte der Pharma-Apps sehr breit streuen, einige erfahren kontinuierlich und zeitnah Anpassungen, andere werden seit längeren Zeiträumen unverändert angeboten, ein Aspekt, der sich auf die Beurteilung von Anwendern meist negativ auswirkt.

Klaus-Dieter Thill / IFABS

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Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

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