Digitalisierung der Arbeit in Haus- und Facharztpraxen: Viele Spracherkennungs-Systeme verstauben im Regal

Worum es geht

Der Einsatz von Spracherkennungs-Systemen trägt nachweislich dazu bei, die Effizienz und die Produktivität der Arbeit in Arztpraxen. Doch der tatsächliche Einsatz im Praxisalltag ist nur gering, selbst bei Ärzten, die sich bereits für eine Anwendung entschieden haben.

Ausbleibende Nutzung aufgrund von Zeitmangel

Das ergab eine Befragung bei sechzig Haus- und Fachärzten, die innerhalb des letzten Jahres ein Spracherkennungs-System gekauft haben, denn nur vier Praxisinhaber setzen es im Arbeitsalltag auch tatsächlich ein. Die übrigen gaben vor allem Zeitmangel als Grund an, sich trotz Interesses mit dem Einsatz noch nicht beschäftigt zu haben.

Ready-to-go

Das verwundert umso mehr, da gerade Spracherkennungs-Lösungen verdeutlichen, welche Möglichkeiten die Digitalisierung konkret bietet, zu einem effizienteren und produktiveren Arbeitsalltag zu gelangen:

  • die am Markt verfügbaren Spracherkennungs-Tools sind inzwischen technisch ausgereift sind,
  • ihre Erkennungsraten bei der Erstellung von Befunden, Brieftexten, Patientenberichten, Gutachten oder E-Mails liegen aufgrund der Integration medizinischer Wortschätze und der Lernfähigkeit der Systeme nahe bei 100%,
  • über Schnittstellen ist die Software mit den meisten elektronischen Praxisverwaltungen kompatibel, so dass hier z. B. Formularfelder direkt bearbeitet werden können,
  • die Einarbeitungszeit ist ebenfalls auf ein Minimum reduziert.

Der System-Nutzen für Haus- und Fachärzte

Zeitersparnis

Die konsequente Nutzung dieser Technik spart zunächst Zeit, denn Eingaben per Sprache erfolgen deutlicher schneller als über eine Tastatur. Der Geschwindigkeits-Unterschied liegt etwa bei 50% und drückt sich – abhängig vom Aufkommen der zu bearbeitenden Vorgänge – in einer Zeitersparnis von einer Stunde und mehr pro Tag aus.

Schnellere Bereitstellung von Informationen

Gleichzeitig steigt die Schnelligkeit der Verfügbarkeit von Inhalten, z. B. können Fachärzte ihren Hausarzt-Kollegen die benötigten Arztbriefe zeitnah direkt aus dem Diktat in ihre Rechner zur Verfügung stellen.

Entlastung des Personals und Freisetzung von Ressourcen

Hinzu kommt weiterhin, dass Folgeaktivitäten entfallen, beispielsweise das Abschreiben diktierter Texte durch Medizinischen Fachangestellte, aber auch ein Korrekturlesen durch den Arzt und das Dokumenten-Management. Hierdurch werden Ressourcen freigesetzt, die für die Patientenversorgung genutzt werden können.

Hohe Mobilität

Ärzte können mittels stationärer und mobiler Lösungen an jedem Ort diktieren. Auch separate Eingabegeräte sind oftmals nicht mehr notwendig, in Verbindung mit Cloud-Services reicht das ohnehin vorhandene Smartphone aus.

Lohnende Investition

Bewertet man die aufgeführten Effekte monetär und setzt sie in Relation zu den Kosten der Investition, amortisieren sich Spracherkennung-Systeme bereits in kürzester Zeit.

Roadmap für die Digitalisierung der Arztpraxis

Diese Publikation vermittelt auf der Basis von Marktforschungs-Ergebnissen einen Einblick, was Digitalisierung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte tatsächlich bedeutet bzw. bedeuten kann, warum es sich lohnt, sich jetzt mit dem Thema zu beschäftigen und wie man als Praxisinhaber für seinen Praxisbetrieb ein passendes Digital-Konzept vorbereiten kann. Zum E-Book…