DiGA: Nur mit doppeltem Eignungsbeleg erfolgreich

Worum es geht

Der aktuelle Referenten-Entwurf zum DVG und speziell zu den digitalen Gesundheitsanwendungen enthält erste Präzisierungen hinsichtlich der möglichen Einsatz-Zwecke, Prüfkriterien und Verfahrensfragen. Ebenso wichtig wie die gesetzlichen Regelungen ist jedoch die Beantwortung der Frage, wie Haus- und Fachärzte sowie Patienten zum Einsatz motiviert werden können.

Ärzte sind im Hinblick auf den Nutzen skeptisch

Einen ersten Ausblick auf die Ausgangs-Situation bieten die Resultate des Digitalisierung-Monitors im Rahmen unseres IFABS Praxismanagement-Betriebsvergleichs©. Er ermittelte für die Einschätzung von niedergelassenen zu unterstützenden Effekte ihrer Therapie-Ansätze durch Gesundheitsanwendungen einen Net Promoter Scores (NPS) von -28,8%, die Gruppe der Skeptiker war dabei deutlich größer als die der Befürworter. Befragt nach den Gründen wurden Aspekte wie fehlende Belege für die Wirksamkeit, eine generelle Skepsis gegenüber Digital-Angeboten, vor allem bedingt durch die Datenschutz-Diskussion, aber auch eine erwartete Non-Compliance der Patienten genannt. Diese Einstellung legt die Vermutung nahe, dass die Start-Phase der DiGA zunächst wenig dynamisch verlaufen wird.

Das Problem einer einzelnen DiGA wird zum Problem aller

Erschwerend kommt die Gefahr der „DiGA-Kollektivhaftung“ hinzu: gerät eine Gesundheitsanwendung in eine öffentliche Negativ-Diskussion, strahlt diese sofort auf die Gesamtheit ab. Besonders die Verordner werden auf eine derartige Situation sensibel und schnell – im Sinne eines Verordnungs-Stopps – reagieren.

UX, der zweite Eignungs-Beleg

Auf der Patienten-Seite besteht zwar ein deutlich höheres Interesse, die konkrete Nutzung der digitalen Hilfen hängt aber zum einen vom Engagement der Ärzte ab, zum anderem von der UX. Ist eine App nicht nutzerzentriert, helfen weder der Erstattungs-Status noch der Wirksamkeits-Nachweis. Dieser Aspekt wirkt zugleich auf die ärztliche Bereitschaft einer Verordnung zurück.
Die dargestellten Zusammenhänge machen deutlich, dass für Apps, die in der Breite etabliert werden sollen, nicht nur die therapeutischen Effekte, sondern auch die UX-Qualität belegt werden müssen. Und so wird es wahrscheinlich nicht lange dauern, bis die ersten DiGA-Bewertungsportale entstehen.

Weiterführende Informationen

zum Digitalisierungs-Status und zum IFABS Praxismanagement-Betriebsvergleich© allgemein, der Informationsgrundlage für erfolgreiche Praxisführung, erhalten an einer Durchführung interessierte Praxisinhaber über diesen Link.