Haus- und Fachärzte: Nicht steigende Kosten verursachen sinkende Gewinne, sondern die Praxismanagement-Insuffizienz

Worum es geht

Eine aktuelle Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) ermittelte, dass die Gewinne aus der Arbeit niedergelassener Ärztinnen und Ärzte durch steigende Personal- und Digitalisierungs-Kosten gemindert werden. Für die meisten Praxisinhaber ist das eine bedauerliche bis ärgerliche, aber unveränderbare Tatsache. Doch diese Akzeptanz ist falsch.

Nichts geht mehr?

Für Ärztinnen und Ärzte ist seit der ZI-Untersuchung klar: die steigenden Kosten ihrer Arbeit schmälern ihre finanziellen Ergebnisse, doch ohne den Kostenblock „Personal“ geht es nicht und die von vielen ungeliebte Digitalisierung, die sich nun auch noch als Kostentreiber entpuppt, ist Pflicht-Programm.

Vom „Was“ zum „Warum“

Nicht gesehen wird dabei, dass die ZI-Resultate zwar eine notwendige und hilfreiche Status-Beschreibung von Kennziffern darstellen, aber nichts darüber aussagen, wie die kostenverursachenden Ressourcen richtig eingesetzt werden.

Wechselt man zur Klärung dieser Frage den Blickwinkel auf die für den Arbeitsalltag relevanten Parameter „Effizienz“ und „Produktivität“, zeigt sich, dass zwar die entstehenden Kosten nicht minderbar sind, aber die Resultate, die mit dem Personaleinsatz und durch die Nutzung der Digitalisierung erzielbar sind und die sich in der Konsequenz im Umsatz niederschlagen.

Systemkrankheit Praxismanagement-Insuffizienz

Die zentrale Barriere für die Aktivierung umsatzwirksamer Effizienz und Produktivität ist die Praxismanagement-Insuffizienz (PMI). Sie bezeichnet einen Zustand, indem die Praxisführung nicht reibungslos funktioniert und damit den Anforderungen des Arbeitsalltages nicht gerecht wird. Grund für ihr Auftreten ist, dass

  • die Auswahl der getroffenen Vorkehrungen und realisierten Maßnahmen unvollständig und / oder falsch bzw.
  • ihre Umsetzung unzureichend und / oder fehlerhaft ist.

Über alle Fachgruppen betrachtet wird in deutschen Arztpraxen lediglich die Hälfte des Best Practice-Standards, d. h. der für die grundsätzliche Funktionalität eines Praxisbetriebs notwendigen Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen eingesetzt. Genau an dieser Stelle liegt der Ansatzpunkt für einen Großteil der Maßnahmen, mit denen der Gewinn einer Haus- oder Facharztpraxis kurz-, mittel- und langfristig skalierbar ist.

Der Blick in den Spiegel

Im übrigen sind auch PraxisinhaberInnen häufig selbst Kostentreiber, denn eine fehlende oder unzureichende Strategie, Fehlentscheidungen über Zielgruppen, ein mit den Praxisabläufen nicht koordiniertes persönliches Zeitmanagement oder Zurückhaltung bei notwendigen Veränderungen schmälern in ihrer Konsequenz ebenfalls das Ergebnis.

Weiterführende Informationen

bietet das kostenlose White Paper „Praxismanagement-Insuffizienz – Diagnostik und Therapie der ambulanten System-Krankheit Nr. 1“.