Worum es geht
Selbst engagierteste DiGA-Verordner stehen vor der Frage, wie sie die Patienten, denen sie eine Anwendung verordnet haben, zu einer tatsächlichen Nutzung veranlassen können und diesen Schritt weniger dem Zufall überlassen müssen.
Die Fragebogen-Technik
Ein pragmatischer und in seinem Erfolg bereits bestätigter Ansatz ist es, den Patienten bei der Verordnung einen Fragebogen mitzugeben, mit dessen Hilfe er seine ersten Erfahrungen bei der Verwendung der Anwendung strukturiert beschreibt. Die Übergabe erfolgt mit der Bitte, den ausgefüllten Bogen zum nächsten Gespräch mitzubringen, damit man gemeinsam die Eindrücke, die die Patienten gewonnen haben, besprechen und ggf. sich ergebende Fragen erörtern kann. Dieses Vorgehen erzeugt Verbindlichkeit und erhöht die Chance, dass die DiGA tatsächlich getestet wird, um ein Vielfaches im Vergleich zur Hoffnung, dass die ärztliche Überzeugungs-Leistung ausreichend war.
Weitere Effekte
Darüber hinaus liefern die aggregierten Angaben der Bögen dem Arzt wichtige Informationen über die DiGA und unterstützen die Entwicklung und Verfeinerung seiner Argumentation im Zeitablauf.
Und noch ein weiterer Aspekt ist wichtig: Ärzte haben einen anderen Blick auf DiGA als Patienten. So zeigt sich immer wieder, dass Verordner die Eignung und den Nutzen deutlich höher einschätzen als die Patienten. Die Angaben der Fragebögen helfen, die beiden Perspektiven anzugleichen. Die Verschreibung einer DIGA, mit der Patienten unzufrieden oder nur in Teilbereichen zufrieden sind, verhindert nicht nur ihren Einsatz und unterbindet die erwarteten Effekte, sondern strahlt auch negativ auf das Image des Arztes ab, denn er ist der Empfehler. Im entgegengesetzten Fall können Praxisinhaber auf eine hohe Akzeptanz und Nutzung der jeweiligen DIGA vertrauen, die ihre medizinischen Ziele und die Patientenbindung positiv unterstützen.