Der Dunning-Kruger-Effekt: Warum Probleme im Praxismanagement oft übersehen werden

❓Worum es geht

Ein reibungslos funktionierendes Praxismanagement ist ein Ziel, das viele Haus- und Fachärzte anstreben. Doch auch wenn der Eindruck entsteht, alles sei in bester Ordnung, kann der Dunning-Kruger-Effekt dafür sorgen, dass bestehende Probleme nicht erkannt werden. Dieser Artikel erklärt das Phänomen des Dunning-Kruger-Effekts und seine möglichen Auswirkungen auf das Praxismanagement.

➡️ Was ist der Dunning-Kruger-Effekt?

Das psychologische Phänomen des Dunning-Kruger-Effekts besagt, dass Menschen mit geringem Wissen oder geringer Fähigkeit in einem bestimmten Bereich dazu neigen, ihre eigene Kompetenz zu überschätzen. Im Gegensatz dazu unterschätzen kompetente Personen oft ihre eigenen Fähigkeiten. Dieses Verhalten wurde erstmals 1999 von den Psychologen David Dunning und Justin Kruger dokumentiert.

➡️ Auswirkungen des Dunning-Kruger-Effekts auf das Praxismanagement

📌 Tendenz zur Selbstüberschätzung

Während Haus- und Fachärzte Experten in ihrem medizinischen Bereich sind, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie auch im Praxismanagement versiert sind. Der Dunning-Kruger-Effekt kann dazu führen, dass die Fähigkeiten zur Praxisführung überschätzt werden. Dies betrifft diverse Aspekte wie Planung, Mitarbeiterführung, Organisation, Marketing oder das Zeit- und Selbstmanagement.

📌 Fehlende Beachtung des Best Practice-Standards

Die Praxis scheint gut zu laufen und die Patienten sind zufrieden, zumindest gibt es keine Beschwerden. Doch wie verhält sich der aktuelle Managementansatz im Vergleich zum Best Practice-Standard? Diese validierte Leitlinie beschreibt alle Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen, die für eine auch unter wechselnden Anforderungen reibungslos funktionierende Arbeit unerlässlich sind.

🫢 Praxismanagement-Betriebsvergleichs zeigen, dass niedergelassene Ärzte knapp die Hälfte dieses Standards in ihren Betrieben nicht einsetzen.

Und auch in Praxen, deren Inhaber die Arbeit subjektiv als reibungslos erachten, lassen sich im Mittel vierzig Verbesserungs-Möglichkeiten identifizieren. Ohne eine derartige objektive Bewertungsmethode überschätzen Praxisinhaber ihre Praxisführung.

📌 Nichterkennen verdeckter Risikofaktoren

Der Dunning-Kruger-Effekt führt überdies dazu, dass verdeckte Risiken im Praxismanagement nicht erkannt werden. Dazu zählen etwa eine unzureichende strategische Ausrichtung, schlechte Kommunikation oder zu geringe Mitarbeiterbindung.

➡️ Ansätze zur Problemlösung

📌 Benchmarking

Ein externer Blick kann oft Wunder wirken. Spezialisierte Angebote wie Benchmarking-Analysen bieten auch ohne die Notwendigkeit und die Kosten von Beratern eine objektive Bewertung des aktuellen Praxismanagements.

📌 Fort- und Weiterbildung

Die Investition in Weiterbildung, nicht nur im medizinischen, sondern auch im Managementbereich, ist von großer Bedeutung.

📌 Selbstreflexion und Feedback

Feedback von Team und Patienten sollte eingeholt und ernst genommen werden. Selbstreflexion stellt ebenfalls einen wichtigen Schritt dar, um die Grenzen des Dunning-Kruger-Effekts zu überwinden.

➡️ Zusammenfassung

Der Dunning-Kruger-Effekt ist nicht nur eine interessante psychologische Theorie. Er hat tatsächliche, praktische Auswirkungen auf die Effizienz und Effektivität des Praxismanagements. Durch das Erkennen und proaktive Angehen dieses Effekts können nicht nur die Qualität der medizinischen Versorgung verbessert, sondern auch ein besseres Verständnis für eigene Stärken und Schwächen der Praxisführung entwickelt und entsprechend verstärkt bzw. beseitigt werden.

➡️ Weiterführende Informationen

Die 📕 Publikation “Benchmarking des Praxismanagements für Haus- und Fachärzte – Methode, Anwendung und Nutzen” beschreibt detailliert, wie Sie Haus- und Fachärzte im Alltag von diesem Konzept profitieren können.

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