Die Dualität der „Digital-Health-Eventonomics“

➡️ Die digitale Transformation im Gesundheitswesen hat zu einer interessanten Entwicklung geführt, die man als “Digital-Health-Eventonomics” oder „MedTech-Eventismus“ bezeichnen könnte. ℹ️ Dieses Phänomen beschreibt die Herausbildung eines eigenständigen Marktes, der sich um Veranstaltungen, Kongresse und Keynote-Speaker dreht, die sich mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen befassen.

‼️ Das ist auch nicht verwunderlich, denn zurzeit lässt sich in Deutschland mehr Geld mit dem Reden über Digitalisierung als mit ihrer Implementierung verdienen. Diese natürliche Marktbildung und -entwicklung bietet einerseits vielfältige Chancen, birgt allerdings auch Risiken.

➡️ Die Chancen

👍 Wissensaustausch und Networking: Kongresse und Veranstaltungen bieten Plattformen für den Austausch neuester Erkenntnisse und Best Practices im Bereich der digitalen Gesundheitstechnologien. Sie ermöglichen es Fachleuten, sich zu vernetzen und Partnerschaften zu bilden.

👍 Innovations-Förderung: Durch die Präsentation innovativer Lösungen tragen diese Events zur Beschleunigung von Innovationen im Gesundheitssektor bei.

👍 Bildung und Weiterbildung: Sie zeigen Perspektiven auf und bieten Lernmöglichkeiten für Entwickler und Gesundheitsfachkräfte, um ihre Kenntnisse in digitalen Technologien zu erweitern.

👍 Ökonomische Impulse: Der Markt schafft zudem eine Vielzahl neuer wirtschaftliche Möglichkeiten.

➡️ Die Risiken

👎 Entkopplung von der Realität: Bereits jetzt existiert eine Lücke zwischen den Inhalten der Veranstaltungen und den tatsächlichen Bedürfnissen der Anwender.

👎 Oberflächlichkeit: Aus einer starken Fokussierung auf die Eigeninteressen erwächst häufig eine Oberflächlichkeit, bei der Quantität über Qualität gestellt wird. Resultate als „spannend“ zu bezeichnen reicht oftmals nicht.

👎 Informationsüberflutung: Inzwischen führt die Vielzahl der Veranstaltungen zu einer Informationsüberlastung, wodurch es nicht nur für das Fachpublikum schwierig wird, relevante von irrelevanten Inhalten zu unterscheiden.

😱 Das Problem

Die beschriebenen Risiken resultieren aus der Kontrastierung zweier Sachverhalte:

👎 einerseits besitzen viele Digital-Experten zu wenig Wissen über die konkreten Umsetzungs-Voraussetzungen in den Betrieben,

👎 gleichzeitig bemühen sich zu wenige potenzielle Umsetzer, vor allem niedergelassene Ärzte und ihre Interessenvertretungen, um aktive Rollen als „Anwendungs-Experten“ in dem beschriebenen Kontext.

‼️ Dieses Rollenverständnis ist jedoch notwendig, um das inhaltliche Potenzial dieses Marktes voll auszuschöpfen und vor allem, um die Digitalisierung selbst mitzugestalten.