„Von oberflächlicher Struktur- und Prozesskosmetik zu tiefgreifender Denkwende.“
Worum es geht
In einer Zeit, in der sich das Gesundheitswesen rasant verändert und die Anforderungen an Hausarzt- und Facharztpraxen stetig steigen, braucht es neue Antworten auf die Frage, wie eine Praxis optimal geführt wird. Klassische Praxisberatungen stoßen hier zunehmend an ihre Grenzen – sie liefern Checklisten, Optimierungspläne und Kennzahlen, greifen aber selten die tieferliegenden Denk- und Verhaltensmuster auf, die das tägliche Handeln in Praxen prägen. Genau hier setzt der Rethinking-Ansatz auf der Basis eines Praxismanagement-Benchmarkings an – mit der R2A-Formel als Herzstück eines vollkommen neuen Beratungs- und Entwicklungsmodells.
Die R2A-Formel: Reflect – Analyze – Advance
Im Zentrum von Rethinking steht die R2A-Formel – eine Dreischritt-Methodik, die Reflexion, Analyse und Entwicklung zu einer intelligenten Lernspirale verbindet. Anders als klassische Beratung, die oft externe Lösungen überstülpt, setzt Rethinking konsequent bei der Selbstwahrnehmung und -steuerung der Praxisleitung an.
Jede Optimierung beginnt mit Reflect – einer strukturierten Reflexion auf Basis des validierten Best-Practice-Standards. Dieser bildet den objektiven Maßstab für ein funktionierendes Praxismanagement. Auf dieser Basis folgt die Phase Analyze, in der die tatsächlichen Ursachen für Abweichungen analysiert werden: organisatorisch, psychologisch und kulturell. In der dritten Stufe, Advance, werden schließlich individuelle Lösungen entwickelt – nicht als starrer Maßnahmenplan, sondern als lebendiger Prozess, der die Praxis schrittweise resilienter und flexibler macht.
Objektive Messbarkeit statt Beratermeinung
Ein zentrales Merkmal des Rethinking-Ansatzes ist die Verankerung in der validierten Best-Practice-Leitlinie, die die gesamte Bandbreite des Praxismanagements abdeckt – von der Planung über die Organisation, Führung, Patientenkommunikation, Zeitmanagement, Patientenbetreuung bis zum Controlling. Sie definiert alle Regelungen, Maßnahmen und Instrumente, die für einen auch unter wechselnden Anforderungen stets reibungslos funktionierenden Praxisbetrieb unerlässlich sind.
Während klassische Beratung hier auf die subjektive Einschätzung einzelner Berater zurückgreift, schafft Rethinking eine objektive Bewertungsgrundlage. Der Umsetzungsgrad jedes Best-Practice-Elements wird messbar gemacht – eine Reflexion mit Tiefenschärfe statt oberflächlicher Bestandsaufnahme.
Reflexion vor Aktion – die neue Reihenfolge
Klassische Beratung hat die Tendenz, rasch Lösungen zu präsentieren – oft ohne die Denk- und Verhaltensmuster hinter bestehenden Problemen zu hinterfragen. Der Rethinking-Ansatz dreht die Reihenfolge um: Zuerst wird reflektiert, dann analysiert, erst dann entwickelt.
Diese Reflexion greift nicht nur betriebswirtschaftliche oder organisatorische Aspekte auf, sondern geht weiter: Welche Narrative prägen das Selbstbild als Praxis? Wo sitzen blinde Flecken? Welche Tabus verhindern Entwicklung? Diese Kombination aus fachlicher und psychologischer Reflexion ist einzigartig und legt den wahren Entwicklungskern frei.
Psychologische Tiefenanalyse statt Prozesskosmetik
Ein weiterer fundamentaler Unterschied zeigt sich in der Ursachenanalyse. Klassische Beratung bleibt meist an der Oberfläche – Prozesse, Zahlen und organisatorische Schwachstellen stehen im Fokus. Rethinking mit der R2A-Formel geht tiefer:
- Welche kognitiven Verzerrungen sorgen dafür, dass bestimmte Fehlentwicklungen wiederkehren?
- Welche unbewussten Ängste hemmen Veränderung?
- Welche unausgesprochenen Teamregeln verhindern echte Innovation?
Diese psychologische Tiefenschärfe macht den Unterschied zwischen Symptombekämpfung und echter Transformation aus.
Entwicklung als lernender Prozess – statt statischer Maßnahmenpläne
Ein klassischer Beratungsbericht endet fast immer mit einer To-do-Liste, die nach kurzer Zeit in der Schublade landet. Der Rethinking-Ansatz definiert Entwicklung gänzlich anders: Advance bedeutet kontinuierliches Lernen.
Jede Maßnahme wird regelmäßig reflektiert und bei Bedarf nachjustiert. Praxisentwicklung wird zu einem lebendigen Zyklus, in dem jede neue Erkenntnis die Basis für die nächste Entwicklungsetappe wird. Rethinking etabliert so eine lernende Praxisführungs-Kultur, die sich selbstständig weiterentwickelt – auch lange nach Ende der eigentlichen Beratung.
Eigenverantwortung statt Beraterabhängigkeit
Ein oft unterschätzter Schwachpunkt klassischer Beratung: Sie macht Praxen abhängig. Lösungen werden „geliefert“, Verantwortung bleibt beim Berater.
Rethinking mit der R2A-Formel verfolgt hier einen radikal anderen Ansatz: Praxisleitung und Mitarbeiterinnen werden zur aktiven Gestaltern ihrer eigenen Entwicklung. Die R2A-Formel wird als Denk- und Steuerungsmodell verankert und befähigt die Praxis, den Zyklus aus Reflexion, Analyse und Weiterentwicklung selbstständig weiterzuführen. Rethinking macht unabhängig – das ist gelebte Praxis-Souveränität.
Ganzheitliche Systembetrachtung statt Einzelbaustellen
Klassische Beratung arbeitet in der Regel mit isolierten Lösungen für einzelne Bereiche – etwa Abrechnung oder Terminmanagement. Rethinking denkt systemisch: Jede Praxis ist ein komplexes Zusammenspiel aus Organisation, Kultur, Führung und Kommunikation.
- Wie beeinflusst eine geänderte Organisation die Führungskultur?
- Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Marketing und Patientenkommunikation?
- Wo verstärken strukturelle Schwächen unbewusste Verhaltensmuster?
Rethinking denkt Praxismanagement vernetzt – und schafft dadurch nachhaltigere Lösungen.
Soft Skills im Fokus – die unsichtbaren Erfolgsfaktoren
Klassische Beratung fokussiert sich auf Hard Facts – Zahlen, Prozesse, Tools. Der Rethinking-Ansatz erkennt: Die wahren Hebel für Praxiserfolg liegen in den Soft Skills der Führung wie etwa Reflexionsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft, Kommunikationskompetenz oder Entscheidungsstärke.
Diese Fähigkeiten werden in jedem R2A-Zyklus gezielt mitentwickelt – Praxisentwicklung wird zur Persönlichkeitsentwicklung.
Zukunftsfähigkeit durch Denktransformation
Während klassische Beratung aktuelle Probleme löst, legt Rethinking die Ursachenstruktur offen – die Denk- und Verhaltensmuster hinter den Problemen.
- Warum entstehen bestimmte Konflikte immer wieder?
- Welche Gewohnheiten verhindern echte Innovation?
- Wie müssen wir unser Denken verändern, um künftige Herausforderungen souverän zu meistern?
Rethinking schafft eine Praxis-Denkweise, die Veränderungen nicht fürchtet, sondern aktiv nutzt. Damit wird die Praxis zukunftsfähig, weil sie sich selbst permanent neu denken kann.
Fazit: Rethinking schließt die Lücke zwischen Beratung und Selbstführung
Mit der R2A-Formel wird Praxismanagement zu einem lebendigen, selbstlernenden System. Die Praxisleitung wird vom Problemverwalter zum Entwicklungsnavigator.
Rethinking ist daher kein Beratungsprodukt – sondern eine neue Praxisführungskultur. Es schließt die bisherige Lücke zwischen externer Beratung und interner Selbstführung – eine Lücke, die klassische Beratungsansätze nie überwinden konnten.
Wer bereit ist, seine Praxis nicht nur zu optimieren, sondern neu zu denken, findet in der R2A-Formel das entscheidende Werkzeug für eine Zukunft voller Klarheit, Handlungsfähigkeit und Resilienz.
Weiterführende Literatur
Thill, K.-D.: Benchmarking des Praxismanagements für Haus- und Fachärzte – Methode, Anwendung und Nutzen, Neobooks, Berlin, 2024 oder als PDF-Skript: https://bit.ly/43qoK9C