Haus- und Facharztpraxen: Warum „es läuft doch“ keine organisatorische Kennzahl ist

„Eigentlich läuft es bei uns.“ Für einen Praxisinhaber ist das eine durchaus fundierte Aussage. Er erlebt seine Praxis jeden Tag. Er sieht, ob die Sprechstunde funktioniert, ob Termine bewältigt werden, ob Befunde bearbeitet werden, ob das Team mit dem Patientenaufkommen zurechtkommt und ob die vielen kleinen organisatorischen Anforderungen eines normalen Praxistages erledigt werden.

Diese Erfahrung sollte man nicht gering schätzen. Im Gegenteil. Wer eine Praxis über Jahre oder Jahrzehnte führt, entwickelt ein sehr genaues Gespür dafür, ob der Betrieb trägt. Nur ist dieses Gespür keine Kennzahl. Und es beantwortet eine andere Frage als eine organisatorische Referenzinformation.

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Haus- und Facharztpraxen: Was bedeutet ein Best-Practice-Umsetzungsgrad von 57 Prozent?

Wie ein Referenzwert für die Praxisorganisation richtig eingeordnet wird

57 Prozent: eine solche Zahl wirkt zunächst eindeutig. Sie liegt etwas oberhalb der Hälfte, deutlich entfernt von 100 Prozent und verleitet deshalb fast automatisch zu einer Bewertung: Ist das gut? Ist das zu wenig? Besteht Handlungsbedarf?

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Haus- und Fachärzte: Externe Veränderungen und organisatorische Referenzinformationen

Warum sich mit den Rahmenbedingungen auch die Einordnung der Praxisorganisation verändert

Niedergelassene Ärzte sind an Veränderungen gewöhnt. Neue gesetzliche Vorgaben, Anpassungen der Vergütung, Digitalisierung, veränderte Dokumentationspflichten, neue Kommunikationswege, Fachkräftemangel oder ein anderes Inanspruchnahmeverhalten der Patienten gehören inzwischen zum Praxisalltag. Manche Veränderungen erfolgen schrittweise, andere verlangen innerhalb kurzer Zeit organisatorische Anpassungen.

Für die Praxisführung stellt sich dabei regelmäßig eine sehr konkrete Frage: Wie lassen sich neue Anforderungen in die vorhandene Organisation integrieren, ohne dass die medizinische Arbeit unnötig belastet wird?

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Standardisierte Erhebung im Organisations-Referenzvergleich: Durchführung, Aufwand und Aussagegrundlage

Wer von einer Untersuchung der Praxisorganisation hört, verbindet damit schnell einen gewissen Aufwand. Termine müssen abgestimmt, Gespräche geführt, Abläufe erläutert oder Beobachtungen während des Praxisbetriebs ermöglicht werden. Für niedergelassene Ärzte ist das nicht nur eine Frage der Zeit. Jede zusätzliche Aktivität, die während der Sprechstunde in die Praxis eingreift, verändert zumindest vorübergehend genau den Alltag, der eigentlich betrachtet werden soll.

Der Organisations-Referenzvergleich (ORV) geht deshalb einen anderen Weg. Die Erhebung erfolgt ohne Vor-Ort-Termin mithilfe standardisierter Erhebungsunterlagen.

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Haus- und Fachärzte: Drei Perspektiven auf die Praxisorganisation

Warum Arzt, MFA und Patienten unterschiedliche Referenzinformationen liefern

Ein Praxisinhaber kennt seine Praxis. Er kennt die Abläufe, die Mitarbeiterinnen, die wiederkehrenden Belastungssituationen und die organisatorischen Entscheidungen, auf denen der Praxisalltag beruht. Würde man ausschließlich danach fragen, wer die umfassendste Kenntnis der Praxis besitzt, wäre die Antwort deshalb eindeutig.

Für eine organisatorische Referenzbetrachtung reicht diese Kenntnis dennoch nicht aus. Nicht weil die Einschätzung des Praxisinhabers unzutreffend wäre, sondern weil Organisation an verschiedenen Stellen unterschiedlich in Erscheinung tritt.

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Haus- und Fachärzte: Der Fachgruppenvergleich in der Praxisorganisation

Was der Vergleich mit anderen Haus- und Facharztpraxen zusätzlich zeigt

Wer eine Arztpraxis führt, kennt die eigene Organisation sehr genau. Was Praxisinhaber dagegen kaum kennen können, ist die Organisation anderer Praxen. Über einzelne Gespräche mit Kollegen entstehen Eindrücke, gelegentlich werden Erfahrungen ausgetauscht. Ein systematischer Einblick bleibt jedoch selten. Schon deshalb ist es schwierig einzuschätzen, ob bestimmte organisatorische Regelungen in der eigenen Praxis eher üblich, überdurchschnittlich ausgeprägt oder in vergleichbaren Praxen deutlich weiter verbreitet sind.

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Der Best-Practice-Referenzstandard für die Praxisorganisation

Grundlage und Nutzen für die organisatorische Einordnung

Praxisinhaber verfügen über ein ausgeprägtes Erfahrungswissen zur eigenen Organisation. Sie wissen, wie Termine gesteuert werden, welche Abläufe sich bewährt haben und an welchen Stellen im Alltag besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist. Dieses Wissen ist für die Führung einer Praxis unverzichtbar.

Was aus der täglichen Erfahrung allein jedoch nicht entstehen kann, ist eine externe Referenz. Die Frage, ob eine organisatorische Regelung in der eigenen Praxis funktioniert, lässt sich im Alltag meist gut beantworten. Eine andere Frage ist, wie die Praxis im Verhältnis zu übergeordneten Vergleichsmaßstäben einzuordnen ist. Genau dafür werden Referenzinformationen benötigt.

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Praxisorganisation im Vergleich

Warum Betriebsvergleiche für Haus- und Facharztpraxen an Bedeutung gewinnen

Die organisatorische Leistungsfähigkeit einer Arztpraxis wird im Alltag häufig unterschätzt.
Im Mittelpunkt steht verständlicherweise die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Organisation der Praxis entwickelt sich dabei oft über Jahre hinweg aus Routinen, Erfahrungswerten und gewachsenen Abläufen.

Viele Praxen funktionieren auf dieser Basis zuverlässig.
Termine werden vergeben, Patientinnen und Patienten werden versorgt, das Team arbeitet engagiert zusammen.

Gleichzeitig zeigt sich bei näherer Betrachtung häufig ein anderes Bild:
Die organisatorische Struktur einer Praxis wird selten systematisch analysiert oder mit anderen Praxen derselben Fachrichtung verglichen.

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