Haus- und Fachärzte: Die unsichtbare Kostenstelle der Arztpraxis heißt Organisation

Arztpraxen verfügen über zahlreiche Kennzahlen, mit denen sich ihre wirtschaftliche Situation beurteilen lässt. Einnahmen, Personalkosten, Sachkosten, Fallzahlen oder Leistungsstrukturen können vergleichsweise präzise erfasst und im Zeitverlauf beobachtet werden.

Ein Teil des Ressourcenverbrauchs bleibt dabei jedoch weitgehend unsichtbar: der Aufwand, der durch die Organisation selbst entsteht.

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Haus- und Facharztpraxen: Was bedeutet ein Best-Practice-Umsetzungsgrad von 57 Prozent?

Wie ein Referenzwert für die Praxisorganisation richtig eingeordnet wird

57 Prozent: eine solche Zahl wirkt zunächst eindeutig. Sie liegt etwas oberhalb der Hälfte, deutlich entfernt von 100 Prozent und verleitet deshalb fast automatisch zu einer Bewertung: Ist das gut? Ist das zu wenig? Besteht Handlungsbedarf?

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Welche Kennzahl beschreibt eigentlich die Organisation von Haus- und Facharztpraxen?

Praxisführung braucht Informationen

Wer eine Arztpraxis führt, trifft täglich Entscheidungen auf der Grundlage sehr unterschiedlicher Informationen. Die betriebswirtschaftliche Auswertung zeigt, wie sich Einnahmen und Kosten entwickeln. Die Liquidität gibt Auskunft über die finanzielle Beweglichkeit. Fallzahlen und Leistungsdaten vermitteln einen Eindruck von der Entwicklung des Praxisbetriebs. Hinzu kommen Personalinformationen wie Mitarbeiterschlüssel, Fehlzeiten oder Arbeitszeitvolumen.

Keine dieser Kennzahlen beschreibt die Praxis vollständig. Das sollen sie auch nicht. Jede Kennzahl beleuchtet einen bestimmten Ausschnitt und hilft dadurch, einen betrieblichen Zustand besser einzuordnen.

Bemerkenswert ist allerdings, dass ein Bereich der Praxisführung bislang nur selten über eine vergleichbare Statusinformation verfügt: die Organisation selbst.

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Haus- und Facharztpraxen: Aufgaben kann man delegieren. Klarheit nicht.

Delegation ist zunächst nur eine Aufgabenverlagerung

Delegation gilt zu Recht als ein wesentliches Instrument arbeitsteiliger Praxisorganisation. Ärztliche Arbeitszeit soll auf diejenigen Tätigkeiten konzentriert werden, für die ärztliche Kompetenz erforderlich ist, während delegierbare Aufgaben von entsprechend qualifizierten Mitarbeitenden übernommen werden. Mit zunehmender Arbeitsbelastung, Fachkräftemangel, erweiterten Versorgungsaufgaben und einer stärkeren Differenzierung der Tätigkeiten gewinnt dieses Prinzip zusätzlich an Bedeutung.

Aus der Übertragung einer Aufgabe folgt jedoch noch nicht zwangsläufig eine organisatorische Entlastung.

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Fallanalyse Internistische Gemeinschaftspraxis: Wenn medizinische Exzellenz organisatorische Reibung verdeckt

Eine Praxis, die nach außen kaum Anlass zur Sorge gab

Die internistische Gemeinschaftspraxis gehörte auf den ersten Blick nicht zu den Einrichtungen, bei denen man eine organisatorische Untersuchung für besonders dringlich halten würde. Es handelte sich um eine etablierte Privatpraxis mit einem breiten internistischen Untersuchungs- und Behandlungsspektrum, modernen medizinischen Geräten und neu gestalteten Praxisräumen. Die Ärzte verfügten über hohe fachliche Kompetenz, konnten Leistungen individuell auf die Patienten abstimmen und waren aufgrund der gemeinschaftlichen Struktur in der Lage, unterschiedliche fachliche Schwerpunkte abzudecken.

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Haus- und Fachärzte: Externe Veränderungen und organisatorische Referenzinformationen

Warum sich mit den Rahmenbedingungen auch die Einordnung der Praxisorganisation verändert

Niedergelassene Ärzte sind an Veränderungen gewöhnt. Neue gesetzliche Vorgaben, Anpassungen der Vergütung, Digitalisierung, veränderte Dokumentationspflichten, neue Kommunikationswege, Fachkräftemangel oder ein anderes Inanspruchnahmeverhalten der Patienten gehören inzwischen zum Praxisalltag. Manche Veränderungen erfolgen schrittweise, andere verlangen innerhalb kurzer Zeit organisatorische Anpassungen.

Für die Praxisführung stellt sich dabei regelmäßig eine sehr konkrete Frage: Wie lassen sich neue Anforderungen in die vorhandene Organisation integrieren, ohne dass die medizinische Arbeit unnötig belastet wird?

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Standardisierte Erhebung im Organisations-Referenzvergleich: Durchführung, Aufwand und Aussagegrundlage

Wer von einer Untersuchung der Praxisorganisation hört, verbindet damit schnell einen gewissen Aufwand. Termine müssen abgestimmt, Gespräche geführt, Abläufe erläutert oder Beobachtungen während des Praxisbetriebs ermöglicht werden. Für niedergelassene Ärzte ist das nicht nur eine Frage der Zeit. Jede zusätzliche Aktivität, die während der Sprechstunde in die Praxis eingreift, verändert zumindest vorübergehend genau den Alltag, der eigentlich betrachtet werden soll.

Der Organisations-Referenzvergleich (ORV) geht deshalb einen anderen Weg. Die Erhebung erfolgt ohne Vor-Ort-Termin mithilfe standardisierter Erhebungsunterlagen.

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Haus- und Fachärzte: Drei Perspektiven auf die Praxisorganisation

Warum Arzt, MFA und Patienten unterschiedliche Referenzinformationen liefern

Ein Praxisinhaber kennt seine Praxis. Er kennt die Abläufe, die Mitarbeiterinnen, die wiederkehrenden Belastungssituationen und die organisatorischen Entscheidungen, auf denen der Praxisalltag beruht. Würde man ausschließlich danach fragen, wer die umfassendste Kenntnis der Praxis besitzt, wäre die Antwort deshalb eindeutig.

Für eine organisatorische Referenzbetrachtung reicht diese Kenntnis dennoch nicht aus. Nicht weil die Einschätzung des Praxisinhabers unzutreffend wäre, sondern weil Organisation an verschiedenen Stellen unterschiedlich in Erscheinung tritt.

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Objektive Referenzinformationen in der Praxisorganisation: Grundlagen, Nutzen und Anwendung für Haus- und Facharztpraxen

Ärztliche Erfahrung ist unverzichtbar. Dennoch gehört es zum medizinischen Selbstverständnis, persönliche Einschätzungen durch objektive Befunde und Referenzinformationen zu ergänzen. Warum sollte dieses Prinzip an der Organisation der eigenen Praxis enden?

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