Digitalisierung der Arztpraxis: Der ungeliebte Wandel

Worum es geht

Die Bereitschaft zu Veränderungen ist nicht nur eine der Grundvoraussetzungen für die medizinische und unternehmerische Entwicklung von Arztpraxen, sondern auch für die Verbreitung digitaler Anwendungen und Lösungen im ambulanten Bereich. Doch hieran mangelt es nach Ansicht Medizinischer Fachangestellter in vielen Praxen.

Eine klaffende Lücke zwischen Notwendigkeit und Umsetzung

Im Kontext der Valetudo Check-up©-Untersuchungen wurden mehrere Befragungswellen unter Medizinischen Fachangestellten zum Thema „Veränderungsbereitschaft und Innovations-Klima in der Arztpraxis“ durchgeführt. Hierbei zeigte sich, dass

  • einerseits der Veränderungsbedarf in den Betrieben (Arbeitsabläufe, Patientenbetreuung etc.) aus Sicht des Personals sehr hoch ist, auf einer Skala von „0“ (Kein Bedarf) bis „100“ (Dringender Bedarf) ergab sich ein Durchschnittswert von 78,3,
  • die meisten Praxisinhaber andererseits nahezu keine Veränderungsbereitschaft zeigen, auf einer Skala von „0“ (Kein Bereitschaft) bis „100“ (Umfassende Bereitschaft) ergab sich ein Durchschnittswert von 24,6.

Ärzte als Veränderung-Bremser

Die Mitarbeiterinnen gaben an, über eine Vielzahl von Vorschlägen zu verfügen, die u. a. auch dazu führen würden, dass täglich arbeitsbelastende und zeitverschwendende Abläufe beseitigt oder korrigiert werden könnten, die Praxisinhaber zeigen nach ihren Angaben jedoch kaum Interesse daran, obwohl auch ihre eigenen Arbeitsbedingungen und die Patientenbetreuung nachhaltig verbesserbar wären. Durch Vertröstungen und Aufschieben versuchen die Ärzte, mögliche Realisierungen zu umgehen. Nur in den wenigsten Praxen existieren Routinen zur Ideen-Entwicklung und Freiräume für Veränderungen.

Dass die Beschreibungen der Medizinischen Fachangestellten keine subjektive Einschätzung sind, zeigt die Tatsache, dass in Arztpraxen gut die Hälfte der Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen, die einen reibungslos funktionierenden Praxisbetrieb gewährleisten, gar nicht eingesetzt werden.

Schlechte Perspektive für die Digitalisierung

Doch wenn schon praktisch-operative Veränderungen, die „Leidensdruck“ beseitigen könnten, scheitern, wie wird es um Digitalisierung-Projekte bestellt sein, die viele Mediziner zudem noch als überflüssig ansehen? Dass Freiwilligkeit als umfassendes Handlungsprinzip nur in einem Teil der Betriebe greifen wird, belegt u. a. auch die in Zusammenhang mit der Konnektoren-Implementierung getroffene Regelung, säumige Ärzte mit Honorarabzug zu bestrafen. Hier wird bereits zum „letzten Mittel“ gegriffen, ehe das erste Projekt läuft.

Weiterführende Informationen und Hilfestellungen zum Thema

Roadmap für die Digitalisierung der Arztpraxis: diese Publikation vermittelt auf der Basis der Erkenntnisse des Marktforschungs-Projektes „d-change©: Digitalisierung der Arztpraxis“ einen Einblick, was Digitalisierung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte tatsächlich bedeutet bzw. bedeuten kann, warum es sich lohnt, sich jetzt mit dem Thema zu beschäftigen und wie man als Praxisinhaber für seinen Praxisbetrieb ein passende Digital-Konzept vorbereiten kann.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren

Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)


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