Transformation des Gesundheitswesens: Wie viel Digitalisierung braucht eine Arztpraxis?

Worum es geht

Befürworter und Gegner der Digitalisierung von Arztpraxen führen eine Vielzahl von Argumenten auf, die ihre jeweilige Position untermauern sollen. Doch die Entscheidung treffen niedergelassene Ärzte in ihrer Funktion als Unternehmer. Ein Beispiel.

Zwei Meinungs-Pole

Als sinnvoll und patientenorientiert bezeichnet der eine Teil der Ärzteschaft die Online-Videosprechstunde, den Behandlungsnotwendigkeiten nicht  entsprechend und Distanz-fördernd sehen sie die anderen. Passende Argumente finden sich für beide Meinungs-Pole, aber eine Entscheidungshilfe für den einzelnen Arzt bieten sie nicht, denn die Diskussion ist ein weiteres Beispiel missionarischer Standpunkt-Verteidigung innerhalb der Fachkreise, die – unabhängig davon, um welche Digital-Lösung es geht – nur zwei Extreme kennt.

Die Leistungsfähigkeit ist klar skizziert

Wer diese neue Sprechstunden-Option einmal objektiv und unabhängig von der Lagerzugehörigkeit betrachtet, erkennt, dass sie für bestimmte Kommunikations-Inhalte, z. B. die Besprechung von Laborwerten, grundsätzlich geeignet ist und dass es Patienten gibt, die diese Form des Arzt-Patienten-Kontaktes, ergänzend zu dem von ihnen auch weiterhin gewünschten persönlichen Austausch, schätzen.

Die Entscheidung trifft der Arzt als Unternehmer

Die Entscheidung für oder gegen einen Einsatz trifft jeder Arzt für sich persönlich, denn er muss

  • Patienten betreuen, für die dieses Angebot attraktiv ist,
  • davon überzeugt sein, dass die Video-Kommunikation sowohl medizinisch als auch unter Berücksichtigung seines Patienten-Betreuungskonzeptes in das Praxiskonzept passt und
  • eine Eigenmotivation besitzen, dieses Medium zu nutzen.

Wer hier nur halbherzig agiert und / oder den Ansatz undifferenziert einsetzt, wird mit diesem Instrument auch nicht erfolgreich sein. Der Einsatz der Video-Kommunikation ist vor allem eine unternehmerische Entscheidung, die auf einer Kosten-Nutzen-Kalkulation basiert. Kein Arzt „muss“ sich online mit seinen Patienten austauschen, aber er kann es, wenn er das für seine Arbeit als unterstützend erachtet. Und das gilt auch für alle anderen Digital-Konzepte.

Weiterführende Informationen

Roadmap für die Digitalisierung der Arztpraxis: dieses E-Book vermittelt auf der Basis der Erkenntnisse des Marktforschungs-Projektes „d-change©“ einen Einblick, was Digitalisierung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte tatsächlich bedeutet bzw. bedeuten kann, warum es sich lohnt, sich jetzt mit dem Thema zu beschäftigen und wie man als Praxisinhaber für seinen Praxisbetrieb ein passende Digital-Konzept vorbereiten kann. Erhältlich bei Neobooks.com und in allen Online-Bookshops.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren:

Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

Bildnachweis:

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