Unternehmen Arztpraxis: Betriebswirtschaftliche Best Practices statt Laienspiel

Worum es geht

Viele niedergelassene Ärzte haben ein distantes bis ablehnendes Verhältnis zum Thema „Betriebswirtschaftliches Handeln“. Vor allem Unkenntnis und Vorurteile sind hierfür verantwortlich. Unternehmerisch ausgerichtete Ärzte mit High Performance-Praxen gehen den entgegengesetzten Weg und profitieren – im Gegensatz zu ihren zurückhaltenden Kollegen – in allen Bereichen der Praxisführung massiv hierdurch.

Die Arbeit einer Arztpraxis ist betriebswirtschaftlich fundiert

Über die Inhalte, die der Begriff „Betriebswirtschaft“ umfasst, sind sich die wenigsten Mediziner im Klaren, sie assoziieren vor allem Finanzielles. Unternehmer-Ärzte wissen jedoch, dass

  • etwa zwei Drittel des Praxismanagements – von der Planung über die Organisation, Führung, Marketing und Patientenmanagement bis zum Controlling – betriebswirtschaftlicher Natur sind und dass
  • betriebswirtschaftlichen Methoden und Instrumente die Möglichkeiten des Transfers der medizinischen Kompetenz, der Arbeit des Personals sowie der eingesetzten Ressourcen in eine bestmögliche Versorgungsqualität der Patienten bestimmen.

Die Betriebswirtschaft stellt Ärzten Hilfen zur Verfügung, ihre strategischen und operativen Praxismanagement-Arbeiten zieladäquat und bestmöglich zu erledigen.

Der Arzt bestimmt die Richtung

Bei der Nutzung betriebswirtschaftlicher Unterstützung geht es also nicht um Gewinnmaximierung, sondern um ein schnelles, einfaches und sicheres Erreichen der individuellen Praxisziele. Sie ist forderungs- sowie vorgabenfrei und stellt für die Tätigkeiten in Arztpraxen validierte Instrumente zur Verfügung.

Kennzahlen – die MRT-Aufnahme des Praxismanagements

Ein solches Tool sind beispielsweise Kennzahlen, die in High Performance-Praxen intensiv genutzt werden. Sie lösen das Problem, dass „das“ Praxismanagement ein Konglomerat aus vielen verschiedenen Aktionsbereichen ist, die eng miteinander verknüpft sind und sich zum großen Teil gegenseitig bedingen und beeinflussen. Nur wenn alle Bereiche wie feinjustierte Zahnräder ineinandergreifen, entsteht ein reibungsloser Praxisbetrieb. Kennzahlen wie die Benchmarking-basierten Key Performance Indikatoren (BKPI) ermöglichen es,

  • die Vielschichtigkeit der Praxisführung durch Verdichtung auf Schlüssel- Orientierungsgrößen überschaubar und erfassbar zu machen,
  • ohne großen Aufwand den Ist-Zustand des Praxismanagements zu bestimmen und
  • gleichzeitig Stärken, aber eben auch Defizite und Risikofaktoren sowie ungenutzte Chancen und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.

Mit Hilfe von Kennziffern lassen sich konkrete Zielparameter für die Praxisarbeit definieren und perspektivisch einfach, aber umfassend überwachen und steuern.

Eine solche Kennziffer ist beispielsweise der Best Practice-Score (BPS) des Praxismanagements. Er informiert darüber, in welchem Umfang in einer Arztpraxis der Best Practice-Standard umgesetzt wird, der diejenigen Instrumente, Regelungen und Verhaltensweisen beschreibt, die einen reibungslos funktionierenden Praxisbetrieb gewährleisten. Aktuell liegt dieser Score für deutsche Arztpraxen übrigens bei nur 53%, was andererseits bedeutet, dass 47% nicht eingesetzt werden, ein Defizit, das sich für Praxisteams und Patienten täglich negativ spürbar macht. Unternehmerisch geführte High Performance-Praxisbetriebe liegen bei der Umsetzung über 80%.

Vergleicht man unternehmerisch geführte Praxen mit anderen, liegen sie in allen Erfolgskennziffern deutlich höher, im Input- Bereich einschließlich der Arbeitszeit jedoch niedriger.

Was kennzeichnet eine High-Performance-Praxis?

In Relation zu direkt vergleichbaren Betrieben ist bei High-Performance-Praxen das qualitative und quantitative Leistungsergebnis deutlich besser und höher, gleichzeitig ist der hierfür eingesetzte Arbeitsaufwand aber geringer. Zwar wird in diesen Arztpraxen auch sehr viel gearbeitet, aber der Einsatz ist zu 100% produktiv, da keine Ressourcen unnötig verschwendet werden. Die Teams arbeiten – betriebswirtschaftlich basiert – systematischer und durchdachter, aber nicht härter, ein Irrglaube, der weit verbreitet ist.

Es geht also nicht darum, eine bestimmte Betriebs-Größe zu erreichen bzw. zu überschreiten oder besonders viel und lange zu arbeiten, sondern die Grundlagen für eine patientenzentrierte, effiziente und produktive Arbeit systematisch zu nutzen.

Die High-Performance-Entwicklung im Test

Praxisinhaber, die es interessiert, in welchem Ausmaß ihr Betrieb einer High Performance-Praxis entspricht bzw. was noch getan werden müsste, um ihn auf dieses Niveau zu entwickeln, können hierfür den Valetudo Check-up© „Praxismanagement“ nutzen.

Der Check ist eine ohne die Notwendigkeit eines Vor-Ort-Beraters umsetzbare Benchmarking-Analyse zur Untersuchung und Optimierung der Funktionalität des Praxismanagements.