Unternehmerische Praxisführung: Der Produktivitäts- und Effizienz-Booster

Worum es geht

Was unterscheidet unternehmerisch ausgerichtete Haus- und Fachärzte von ihren Kolleginnen und Kollegen? Es sind nicht die Größe der Praxen oder intensives Marketing, sondern die konsequente Anwendung professioneller Management-Methoden und -Instrumente. Ihr Einsatz führt u. a. auch zu einer deutlich effizienteren und produktiveren Arbeit, da die hierfür notwendige Voraussetzung erfüllt ist.

Erfolgsfaktor Teamwork-Qualität

Die komplexen Arbeitsprozesse in Arztpraxen lassen sich nur dann mit hoher Versorgungsqualität, patientenorientiert, effizient und produktiv erledigen, wenn die Tätigkeiten aller MFA in jeder Situation wie Zahnräder ineinandergreifen. Das Umsetzungs-Prinzip hierfür ist eine Kollaboration in Team-Form. Im Rahmen ihres Best Practice-Praxismanagement stellen unternehmerisch ausgerichtete Ärzte eine Teambildung sicher, die

  • auf gemeinsamen Zielen,
  • einem starken Wir-Gefühl,
  • einer weitgehend autonomen Aufgabenerledigung und
  • gegenseitiger Ergänzung und Unterstützung beruht sowie
  • durch eine Selbststeuerung zur Lösung von Problemen und
  • eigeninitiativ entwickelte Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsergebnisses

charakterisiert ist.

Effizienz und Produktivität hängen zum größten Teil von der Kollaborations-Qualität ab. Praxisinhabern, denen es gelingt, diese zu optimieren, müssen sich über das Ergebnis des Arbeitseinsatzes keine Gedanken mehr machen.

Ein Teamwork-Feintuning stellt gleichermaßen sich, dass die medizinische Kompetenz des Arztes bestmöglich bei der Diagnostik und Therapie des einzelnen Patienten zum Tragen kommt.

Der Unterschied zum Durchschnitt

Die Güte der Zusammenarbeit lässt sich mit Hilfe des Key Performance Indikators „Teamwork Quality Score“ (TQS) messen, der aus den Angaben von Medizinischen Fachangestellten zum Realisierungs-Grad der Grundanforderungen an eine optimal funktionierende Zusammenarbeit, resultiert. Sind „echte“ Teams durch einen TQS über 80% (Maximum: 100%) gekennzeichnet, liegt der Wert für die deutsche Durchschnitts-Praxis bei 43,7%. In der TQS-Klassifikation sind hiermit Gruppen gekennzeichnet. Ihre Kennzeichen:

  • eine geringe Synergie der Einzelaktivitäten, man arbeitet miteinander, aber immer nur in dem Rahmen, der vorgegeben ist, Eigeninitiative oder ein Aushelfen bei Problemen sind eher selten,
  • ungelöste Konflikte,
  • jede Medizinische Fachangestellte danach, ihre Aufgaben gut zu erledigen, ein nachhaltiges Engagement zu steter Verbesserung existiert jedoch nicht.

High Performance-Praxen arbeiten oberhalb der Team-Produktivität-Grenze

Die Praxis-Belegschaften unternehmerisch ausgerichteter Ärzte arbeiten deutlich oberhalb der bei 60% liegenden Produktivitäts-Grenze. Erst ab diesem Indikator-Wert aufwärts profitieren Praxisinhaber von der Synergie und den motivatorischen Effekten der Mitarbeiter-Zusammenarbeit in der Form, dass

  • die Organisation besser funktioniert und es zu weniger Flüchtigkeitsfehlern und Doppelarbeiten kommt,
  • Ärzte aufgrund der operativen Selbststeuerung-Fähigkeiten ihrer Medizinischen Fachangestellten vom nicht-medizinischen Tagesgeschäft kaum beansprucht werden,
  • nahezu keine Überstunden anfallen,
  • die Stressbelastung geringer ist und
  • die Patienten sich deutlich zufriedener vor allem hinsichtlich der ärztlichen Informations- und Kommunikations-Leistung äußern, so dass auch die Weiterempfehlungsquote ausgeprägter ist.

Ärzte setzen auf Selbststeuerung des Personals

Die Umsetzungs-Intensität des Best Practice-Standards beschreibt gleichzeitig einen der zentralen defizitären Aspekte des ärztlichen Führungsverhaltens. Praxisinhaber vertreten häufig die Meinung, dass beim Thema „Zusammenarbeit“ die Mitarbeiterinnen selbst gefragt sind und setzen – ohne eigene Aktivitäten – auf die Selbststeuerungs-Kräfte des Personals, die schon „irgendwie“ die notwendige Kooperationsintensität und -qualität herstellen werden. Doch dieser Mechanismus funktioniert nur in wenigen Fällen, denn viele „Teams“ sind im Hinblick auf Alter, Erfahrung, Betriebszugehörigkeit oder Persönlichkeit der Mitglieder sehr heterogen zusammengesetzt. Um aus ihnen funktionierende und harmonisierende Teams zu bilden, bedarf es einer hierauf ausgerichteten Führung.

Die High-Performance-Entwicklung im Test

Haus- und Fachärzte, die interessiert sind, nicht nur den Teamwork-Status ihrer Betriebe, sondern den generellen Stand der Entwicklung zu High-Performance-Arztpraxen zu bestimmen und u. U. noch notwendige Veränderungs-Schritte identifizieren möchten, können dies mit dem Valetudo Check-up© „Praxismanagement“ tun, einer ohne die Notwendigkeit eines Vor-Ort-Beraters umsetzbare Benchmarking-Analyse.