DiGA: Die Bedeutung von Patientenrückmeldungen für den verordnenden Arzt

Worum es geht

Die Einführung Digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) bietet Haus- bzw. Fachärzten und ihren Patienten zahlreiche neue Möglichkeiten der Therapie-Unterstützung. Doch wie sie tatsächlich genutzt werden und welche konkreten Wirkungen sie zeigen, bleibt für die Verordner oft im Dunklen, da sie aktiv keine Rückmeldungen von Patienten abfragen.

Warum Patientenrückmeldungen wichtig sind

Digitale Gesundheitsanwendungen, sei es als App zur Überwachung chronischer Krankheiten oder als Online-Programm zur mentalen Gesundheit, versprechen eine Vielzahl von Vorteilen, z. B. die Effektivität medizinischer Behandlungen zu verbessern oder das Patientenengagement zu steigern. Allerdings ist es für Mediziner schwierig, die Eignung solcher Anwendungen zu beurteilen, wenn sie kein direktes Feedback der Patienten erhalten. Doch gerade diese Erfahrungen

  • bieten einen wertvollen Einblick in die Effektivität und Wirksamkeit der DiGA,
  • decken Nutzungs-Barrieren auf und
  • demonstrieren ein patientenzentriertes Engagement.

Das stärkt das Vertrauen der Patienten in den Arzt und motiviert zur fortgesetzten Nutzung. Un nicht zuletzt können die so gewonnenen Informationen wieder in zukünftige Patientengespräche einfließen.

5 Fragen, die weiterhelfen

Wenn ein Arzt einem Patienten eine DiGA verordnet hat, sollte er anlässlich des nächsten Folgekontaktes folgende fünf Fragen stellen, die sich natürlich für jeden Patienten individuell auf die mit ihm verabredeten Ziele des Einsatzes beziehen müssen:

❓Hat die DiGA Ihre Erwartungen erfüllt, d. h. entspricht die Anwendung den Bedürfnissen und Erwartungen des Patienten?

❓Hatten er Schwierigkeiten bei der Nutzung der Anwendung, gab es technische oder andere Hindernisse, die die Nutzung beeinträchtigt haben?

❓Konnte die DiGA bereits helfen, den Gesundheitszustand zu verbessern, d. h. konnte der Patient einen ersten positiven Einfluss auf sein Krankheitsbild registrieren?

❓Gibt es berichtenswerte Beobachtungen, Auffälligkeiten oder Rückmeldungen zur Nutzung derDiGA?

❓Haben sich durch die Nutzung Fragen oder Bedenken ergeben, die geklärt werden sollten?

Die Antworten des Patienten auf diese Fragen geben dem Arzt wertvolle Einblicke in die Wirksamkeit der DiGA geben und helfen ihm, eventuelle Anpassungen der Einsatz-Ziele vorzunehmen oder ergänzende Empfehlungen zu geben.

Weitere Fragen

Die beschriebene Fragen lassen sich natürlich auch weiter detaillieren und dann in Fragebogen-Form stellen:

❓Wie oft nutzen Sie die DiGA pro Tag/Woche?

❓Wie einfach war es, die DiGA zu installieren (bei Apps)?

❓Wie intuitiv und benutzerfreundlich finden Sie die Benutzeroberfläche?

❓Welche Funktionen der DiGA nutzen Sie regelmäßig?

❓Bietet die DiGA die von Ihnen gewünschten Informationen oder Funktionen?

❓Wie nützlich finden Sie die DiGA bei der Bewältigung Ihrer gesundheitlichen Bedingung?

❓Hat die DiGA Ihr Wissen über Ihre Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten erweitert?

❓Fühlen Sie sich durch die DiGA mehr motiviert, sich um Ihre Gesundheit zu kümmern?

❓Inwieweit hat die DiGA dazu beigetragen, Ihr Selbstmanagement im Umgang mit Ihrer Erkrankung verbessert?

❓Gab es Probleme oder Schwierigkeiten bei der Nutzung der DiGA?

❓Würden Sie die DiGA anderen Patienten mit ähnlichen gesundheitlichen Bedingungen empfehlen?

❓Gibt es weitere Funktionen oder Verbesserungen, die Sie sich für die DiGA wünschen?