Rethinking: Auch die Digitalisierung ist ein Aspekt der unternehmerischen Eigenverantwortung von Haus- und Fachärzten (THOR5050)

Ein Rethinking Impuls von Klaus-Dieter Thill

Worum es geht

Digitalisierung ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig und durchdringt nahezu jeden Aspekt unseres Lebens. Für Haus- und Fachärzte ist sie weit mehr als nur ein technisches Instrument. Sie ist ein fundamentaler Baustein unternehmerischer Eigenverantwortung. Wer dies verkennt oder gar ablehnt, läuft Gefahr, die Praxis nicht nur ineffizient zu führen, sondern langfristig auch ihre Existenzgrundlage zu gefährden.

Technikaffinität oder Verantwortung?

Es ist leicht, die Digitalisierung als Frage der persönlichen Einstellung zur Technik oder der Affinität zu digitalen Werkzeugen abzutun. Selbstverständlich spielt dies eine Rolle, doch im Kern geht es um viel mehr: Digitalisierung ist keine Option, die je nach Vorliebe angenommen oder abgelehnt werden kann. Sie ist eine strategische Notwendigkeit, die tief in der Verantwortung eines Praxisinhabers verankert ist. Wer sich dieser Verantwortung entzieht, riskiert nicht nur die eigene Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die Qualität der medizinischen Versorgung.

Die unsichtbaren Konsequenzen einer Ablehnung

Die Ablehnung digitaler Prozesse hat weitreichende Konsequenzen, die oft unterschätzt werden. Im Zentrum steht die Einschränkung der diagnostischen und therapeutischen Qualität. Moderne medizinische Geräte, digitale Dokumentationssysteme oder Telemedizin-Plattformen ermöglichen eine präzisere Diagnostik und individuellere Behandlungsstrategien. Wer darauf verzichtet, behindert nicht nur den Fortschritt der Praxis, sondern gefährdet die Patientensicherheit.

Ferner ignoriert eine ablehnende Haltung die wachsenden Anforderungen der Patienten. Studien zeigen, dass ein Großteil der Patienten heute digitale Kontaktmöglichkeiten erwartet, sei es durch Online-Terminvergaben, digitale Befundübermittlungen oder Telekonsultationen. Wird dies nicht angeboten, wirkt die Praxis veraltet und weniger patientenorientiert – ein Eindruck, der sich schnell negativ auf die Patientenzufriedenheit und die Weiterempfehlungs-Quote auswirken kann.

Effizienz, Produktivität und Motivation: Ein dominoartiger Effekt

Eine weitere, oft vernachlässigte Dimension betrifft die Effizienz und Produktivität der Praxis. Digitale Lösungen wie Praxismanagementsysteme, automatisierte Terminverwaltungen oder KI-gestützte Diagnostik können erhebliche Zeit- und Kostenersparnisse ermöglichen. Ohne diese Werkzeuge steigt der administrative Aufwand und belastet nicht nur die Ressourcen der Praxis, sondern auch die Mitarbeiter. Überlastung, Demotivation und hohe Fluktuation im Team können die Folge sein, was wiederum die Arbeitsqualität und die Patientenerfahrung verschlechtert.

Ungenutztes Potenzial zur Gewinnsteigerung

Die Digitalisierung bietet zudem zahlreiche Möglichkeiten, den wirtschaftlichen Erfolg der Praxis zu steigern. Effizientere Abläufe bedeuten weniger Kosten, und neue Technologien eröffnen oft zusätzliche Einnahmequellen, sei es durch innovative Diagnoseverfahren oder die Einbindung digitaler Serviceleistungen. Wer diese Potenziale nicht ausschöpft, handelt fahrlässig und mindert den langfristigen Wert der Praxis.

Auch im Hinblick auf den Praxiswert spielt Digitalisierung eine zentrale Rolle. Eine moderne, digital gut aufgestellte Praxis ist für potenzielle Käufer deutlich attraktiver. In Zeiten, in denen viele Ärzte über einen Praxisverkauf nachdenken, sollte dies nicht unterschätzt werden.

Unternehmerische Eigenverantwortung als Leitmotiv

Der Umgang mit der Digitalisierung in Arztpraxen ist letztlich ein Spiegel unternehmerischer Reife. Unternehmerische Verantwortung bedeutet, den Mut aufzubringen, Neues zu wagen, sich auf veränderte Anforderungen einzustellen und dabei stets das Wohl der Patienten, des Teams und der Praxis im Blick zu behalten.

Die Digitalisierung ist kein vorübergehender Trend, sondern ein Paradigmenwechsel, der die Art und Weise, wie medizinische Versorgung gedacht und praktiziert wird, grundlegend verändert. Wer sich dieser Veränderung verweigert, agiert nicht nur rückwärtsgewandt, sondern gefährdet aktiv die Zukunft der Praxis.

Ein Aufruf zum Rethinking

Für Praxisinhaber und Fachärzte ist es an der Zeit, die Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu begreifen. Mit der R2A-Formel des Rethinkings – Reflect, Analyze, Advance – können Ärzte ihre Haltung gegenüber der Digitalisierung hinterfragen, analysieren, welche Potenziale ungenutzt bleiben, und schließlich Strategien entwickeln, um die Praxis auf die Zukunft auszurichten.

Nur wer bereit ist, alte Denkmuster infrage zu stellen und Verantwortung zu übernehmen, wird langfristig erfolgreich sein – für sich selbst, für das Team und vor allem für die Patienten. Digitalisierung ist keine Frage des „Ob“, sondern des „Wie“.

Reflect. Analyze. Advance.
Reflect. Analyze. Advance.

Weiterführende Literatur

Unternehmerische Eigenverantwortung bezieht sich auf das gesamte Praxismanagement. Wie man ihr nachkommen kann, zeigt die Publikation:

Thill, K.-D.: Das Benchmarking des Praxismanagements für Haus- und Fachärzte: Methode, Anwendung und Nutzen, Neobooks, 2024 oder als PDF-Download

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